Wer muss eine Steuererklärung machen?

In Deutschland beträgt der steuerliche Freibetrag für Studenten aktuell 8.652 Euro (Stand 2016). Wer im Jahr nicht mehr als diese Summe verdient, ist mit seinem Einkommen nicht steuerpflichtig und müsste deshalb meist auch keine Steuererklärung abgeben. Trotzdem ist es für die Mehrheit der Studierenden sinnvoll, grundsätzlich eine Steuererklärung zu machen.

Nach einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks arbeiten rund zwei Drittel der deutschen Studenten neben dem Studium. Etwa 40 Prozent verdienen sich als Aushilfskraft, insbesondere Kellner, Verkäufer oder Bürokraft, etwas dazu. Rund 30 Prozent sind als studentische oder wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni tätig. Im Durchschnitt arbeiten Studenten 13,5 Stunden die Woche und bekommen dafür einen Stundenlohn von knapp 10 Euro netto. Auf das Jahr gesehen macht das einen durchschnittlichen Gesamtverdienst von 6.480 Euro.

Dieses Einkommen liegt deutlich unter dem Steuerfreibetrag von 8.652 Euro, wodurch die meisten Studenten von der Steuer befreit sind. Das ist auch gut so, da die jährlichen Kosten für ein Studium in der Regel wesentlich höher liegen als 6.480 Euro. Es müssen Studiengebühren bezahlt werden, man will ein Dach über dem Kopf haben, muss sich ernähren, will ab und an die Liebsten in der Heimat besuchen oder muss einiges hinblättern, um sich ein teures Auslandssemester leisten zu können.

Unterm Strich übersteigen bei Studenten die jährlichen Ausgaben für ein Studium deutlich die Einnahmen. Das heißt, am Ende des Jahres schreibt die studentische Bilanz tiefrote Zahlen, es wird Verlust gemacht. Diese jährlichen Verluste können Studenten über ihr komplettes Studium kumulieren und später einmal, wenn ordentliches Einkommen erzielt wird, steuerlich geltend machen.

Wie das geht? Ganz einfach: Du musst lediglich eine Steuererklärung abgeben und in dieser einen Verlustvortrag angeben. Mehr Informationen zum Verlustvortrag findest du hier.

Wann es sich lohnt, als Student eine Steuererklärung abzugeben

Wenn dein jährliches Bruttoeinkommen über dem steuerlichen Freibetrag von 8.652 Euro liegt, musst du für jeden Euro, der darüber hinausgeht, Einkommensteuer zahlen. Das heißt, du musst in diesem Fall eine Steuererklärung abgeben. Wenn du deine Studienkosten in der Steuererklärung dann als Werbungskosten geltend machst, kannst du aber ordentlich Steuern sparen

Wenn du auf Lohnsteuerkarte arbeitest, ist es ebenfalls sinnvoll, deine Steuer zu machen. Die Lohnsteuer wird Monat für Monat automatisch von deinem Gehalt abgezogen. Selbst dann, wenn du insgesamt im Jahr weniger als den Freibetrag verdienst. Nur wenn du eine Steuererklärung machst, kannst du dir deine Steuern zurückholen.

Wenn du Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit erzielst, bist du verpflichtet, eine Steuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Das trifft zum Beispiel zu, wenn du ab und an als freier Mitarbeiter für Zeitung, Fernsehen, Radio arbeitest oder für kleine Unternehmen Webseiten auf Rechnung baust. Aber auch in diesem Fall kannst du dir natürlich zu viel gezahlte Steuern zurückholen oder Verluste anrechnen lassen.

Wenn du einen Verlustvortrag machen willst, ist auch eine Steuererklärung notwendig. Ein Verlustvortrag ist immer dann möglich, wenn deine studienbedingten Kosten in einem Jahr deine Einnahmen übersteigen.

Oder kurz gesagt: Eine Steuererklärung lohnt sich (fast) immer!

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