Immer dann, wenn Kosten > Einnahmen entsteht ein steuerlicher Verlust.

Diese Variante ist wohl für fast alle Studenten hoch interessant. Bei einem Verlustvortrag können Verluste aus dem aktuellen Jahr im Folgejahr (bzw. in den Folgejahren) steuerlich geltend gemacht werden.

Ein Beispiel: Du bist 2014 noch im Studium und machst Verluste (Studiengebühren, Pflichtpraktikum etc.). Du wirst dein Studium aber noch im selben Jahr beenden und voraussichtlich in 2015 einen Job beginnen. Die Verluste aus 2014 kannst du dann in deiner Steuererklärung für 2014 als Verlustvortrag kennzeichnen. Das Finanzamt merkt sich entsprechend die Höhe des Verlustes und zieht diesen bei der nächsten Steuererklärung in 2015 (oder zu einem späteren Zeitpunkt) von den Einkünften ab. Auf diese Weise reduziert sich dein zu versteuerndes Einkommen deutlich. Wenn du etwa in deinem Job nach dem Studium 50.000€ verdienst und in den Jahren davor 20.000€ absetzbare Studienkosten hattest, musst du Steuern zahlen, als ob du nur 30.000€ verdient hättest. Die zu viel gezahlten Steuern (in diesem Fall einige Tausend Euro) bekommst du dann vom Finanzamt zurück.

Wenn du schnell mal wissen willst, wieviel Abgaben du auf dein Einkommen als Student oder Berufseinsteiger voraussichtlich leisten musst, dann kannst du das anhand des Brutto-Netto-Rechners prüfen.

Übrigens: Wenn du einen Verlustvortrag in deiner Steuererklärung angibst und im nächsten Jahr wieder nichts verdienst, dann verschieben sich die Verluste automatisch ins übernächste Jahr usw. Das heißt, so lange du keine (Einkommens-)Gewinne erzielst, kannst du jährlich Verlustvorträge sammeln, die, sobald du einen Job aufnimmst, in der Summe von deinem zu versteuernden Einkommen abgezogen werden.

Mehr Informationen zum Verlustvortrag.

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Laura Müller
16. September, 09:50 Uhr

Hallo, wenn ich einen Verlustvortrag ab Okt. 2010 machen möchte, muss ich das dann a) kalenderjahrweise oder in vollen JAhren (also 12-monatsweise) durchführen und b) muss ich den ANtrag für das 1. Jahr dann noch im September 2017 abgegeben oder bis zu welchem Datum?
Vielen Dank für Ihre Mühen im Voraus!

Support-Team
18. September, 07:54 Uhr

Hallo Laura,

eine Steuererklärung wird immer für ein Kalenderjahr abgegeben.

Ein Verlustvortrag kann bis zu 7 Jahre rückwirkend eingereicht werden. Bei einer freiwilligen Steuererklärung ist die Frist immer der 31. Dezember.

Mehr Infos findet du auch hier.

Viele Grüße
Johannes

Sebastian
18. September, 10:47 Uhr

Hallo liebe Leute!
Wie funktioniert das mit dem Verlustvortrag, wenn man während der Studienjahre schon Einfünfte aus selbständiger Arbeit hatte, aber eben nie so viele, dass diese versteuert werden mussten? (Ich habe jedes Jahr die Erklärung gemacht.)
Angenommen, ich habe im Jahr 2010 3000,- Gewinn gemacht (alle Ausgaben, die die selbständige Arbeit betreffen abgezogen) und könnte nun 4000,- Verlust durch das Studium noch anmelden. Und weiterhin angenommen, ich habe im Jahr 2011 dann 5000,- Gewinn gemacht.
Wird dann a) schon 2011 der Verlust angerechnet oder erst in einem künftigen Jahr, in dem dann auch Steuern gezahlt werden, und werden b) dann nur die 1000,- (als Differenz aus 2010) oder die ganzen 4000,- (als Studienkosten aus 2010) als Verlust vorgetragen?
Herzlichen Dank!!!!!

Support-Team
18. September, 11:30 Uhr

Hallo Sebastian,

vorneweg: wenn du für ein bestimmtes Jahr bereits eine Steuererklärung gemacht hast, dann kannst du für entsprechendes Jahr keine weitere Erklärung abgeben. Solltest du also für 2010 bereits eine Steuererklärung abgegeben und deine Verluste aus dem Studium nicht angezeigt haben, dann hast du jetzt leider keine Möglichkeit mehr, deine Studienkosten steuerlich geltend zu machen.

Ein Verlustvortrag wird immer erst dann eingelöst, wenn Steuern gezahlt wurden. Verluste werden zudem immer gleich mit den Einkünften verrechnet, d.h. nur die Differenz (der tatsächliche Verlust) wird gemäß Verlustvortrag ins nächste Jahr vorgetragen.

Viele Grüße
Johannes

Steffen
17. Dezember, 15:09 Uhr

Hi, ich habe eine Frage bezüglich der Vorgehensweise für die Verlustvorträge in Hinblick auf die Steuererklärung.

Darf ich einen Verlustvortrag für das Jahr 2011 und 2012 noch machen, wenn ich bereits für 2013 eine Einkommensteuerklärung abgegeben habe. Und in welchem Jahr darf / muss ich diesen Verlust geltend machen? Ist auch das Kalenderjahr 2014 möglich?

Hintergrund:
2011-2013 Masterstudium
Mitte 2013- Berufseinstieg

Ich habe bislang noch nie eine Einkommenssteuerklärung abgegeben. Die Erklärung 2013 muss ich dieses Jahr noch dringend erledigen. Den Verlustvortrag aus 2011 und 2012 würde ich gerne erst nächstes Jahr machen und in der Einkommenssteuerklärung 2014 geltend machen. Wäre das legitim?

Support-Team
18. Dezember, 09:19 Uhr

Hallo Steffen,

du kannst schon zunächst deine Steuererklärung für 2013 machen und danach noch Erklärungen aus Vorjahren.
Vorgetragene Verluste werden aber immer gleich in der Erklärung für das Folgejahr berücksichtigt. Du kannst dir damit nicht aussuchen, wann die Verluste verrechnet werden, dies macht das Finanzamt automatisch.

Viele Grüße
Johannes

Ben
27. Februar, 15:29 Uhr

Ich habe meine Steuererklärung für 2011 bis 2013 bisher nur noch elektronisch durch Ihren Plattform abgegeben, welche nur aus Verluste besteht. Deswegen hat Ihre Software den Art diesen Erklärungen automatisch als "Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags" gesetzt. Das ist auch richtig, und man kann sowieso für mehr als 4 Jahre rückwirkend nur Verlustvorträge machen.

Ausserdem habe ich noch die Steuererklärungen für 2014 und 2015 auch (bisher nur online, noch nicht unterschrieben per Post geschickt) abgegeben. Diese 2 Jahre sind innerhalb der 4-Jährigen Frist, und außerdem hatte ich in dieser Zeit auch einen Werkstudentenjob, wo ich mehr Einnahmen als Ausgaben hatte. Aus diese Gründe, und weil Ihre Software keine Option hatte wo ich die Verluste der jeweiligen Vorjahre eintragen konnte, also jedes Jahr komplett unabhängig behandelt wurde und Verlust nicht verrechnet wurde, sind diese 2 Jahre nicht als Feststellungsvortrag abgeschickt worden sondern mit den Art der Erklärung als "Einkommensteuererklärung".

Wie ich das verstehe, wenn man alles aufsummiert, also die gesamte Verluste aus 2011-2013 und die weitere Ausgaben in 2014-2015, mit den Einnahmen 2014-2015, dann sollte 2014 und 2015 auch als Verlustvortrag vorgemerkt werden.
Was ich jetzt gerne wissen möchte, wäre ob für diese zwei Jahre 2014-2015, dieser Verlust vom Finanzamt automatisch festgestellt wird und somit der Art der Erklärung automatisch von einem Einkommenssteuererklärung zu einen Feststellungsvortrag umgewandelt wird, oder doch nicht. Und falls nicht, was kann und soll ich machen damit ich diese zwei Jahre auch als Verlust melden kann. Die elektronische Erklärung wurde schon abgeschickt und ich kann nichts mehr ändern.

Vlt. sind alle meine Fragen selbstverständlich, aber überall wo ich suche sind die Erklärungen unübersichtlich m.M.n und ich möchte das richtig verstehen. Ausserdem möchte ich so schnell wie möglich die schriftliche Erklärungen per Post schicken.

Support-Team
27. Februar, 15:34 Uhr
Stiv
27. Februar, 17:15 Uhr

Hallo,

ich habe schon dem Support geschrieben, aber es wird mir immer mitgeteilt dass Sie keine persönliche Beratung geben dürfen, obwohl es sich bei meine Frage um eine rein technische Frage bezogen auf Ihren Plattform handelt. Nämlich dass ich die Verluste auf die Folgejahre nicht eintragen kann damit es zu einen Verlustvortrag kommt.
Wenn ich jedoch das ganze Verfahren falsch verstanden habe, wäre eine Erklärung auch erwünscht.

Support-Team
28. Februar, 07:42 Uhr

Hey Stiv,

deine bereits vorhandenen Verlustvorträge sind beim Finanzamt gespeichert, die brauchst du nicht jedes Mal aufs Neue einzutragen. Daher gibt es auch kein Feld, wo du deine gesammelten Verluste eintragen kannst.

Beste Grüße

Alexander
24. August, 07:12 Uhr

Hallo, wenn ich aktuell einen Verlustvortrag von 20.000 € aus den Vorjahren habe und dieses Jahr mein Einkommen höher ist als meine Verlust, ich jedoch noch keine Steuern zahle, weil es eine Werkstudententätigkeit ist, was passiert dann mit meinem Verlustvortrag?

Und hat es irgendwelche Auswirkungen, wenn ich über 9000 € verdiene? Weil dann muss ich ja Steuern zahlen, allerdings nur geringe, wird mir der Verlustvortrag dann anteilig ausbezahlt? Wäre es sinnvoll Weiterbildungsmaßnahmen zu besuchen, sodass mein Einkommen geringer als die Ausgaben sind?

Viele Grüße
Alex

Support-Team
24. August, 08:46 Uhr

Hallo Alexander,

der Verlustvortrag wird immer von dem Gesamtbetrag der Einkünfte des jeweils folgenden Jahres abgezogen. Auch wenn dieser Gesamtbetrag der Einkünfte gering ist und es zu keiner Steuer kommt, mindert der Verlustvortrag den Gesamtbetrag der Einkünfte bis auf 0. Der noch nicht abgezogene Verlust wird dann wiederum im nächsten folgenden Jahr abgezogen, bis der Verlustvortrag aufgebraucht ist.

Beste Grüße