Wie kann ich als Student Geld verdienen?

_Damit im Portemonnaie nicht immer Ebbe herrscht, verdient sich die Mehrheit der Studis etwas dazu. Ob im Home Office, als Hiwi, Blogger oder Animateur - das Angebot ist vielfältig. Mit der richtigen Wahl schaffst du dir sogar Vorteile für's spätere Berufsleben. _

Raus aus Hotel Mama, in eine kunterbunte Wohngemeinschaft ziehen, jedes Wochenende etwas Neues unternehmen und das Studentenleben ausgiebig genießen: So stellt man es sich vor, wenn man die Schule verlässt und sich an einer Hochschule immatrikuliert hat. Schnell merkt man jedoch, dass da niemand mehr ist, der für einen kocht und die kleinen Dinge im Leben bezahlt. Während der Freitagskneipentour kratzt du dein Kupfergeld zusammen und stellst bald fest, dass diese Freiheit ganz schön an deinem Geldbeutel zerrt. Denn wo bliebt der Spaß, wenn man doppelt und dreifach über finanzielle Aspekte nachdenken muss? Sei es am Ende des Monats der neue Kinofilm mit den Kommilitonen oder die eigentlich so lang ersehnte Zugfahrt in die Heimat.

Über 80 Prozent der deutschen Studenten verdienen deshalb nebenbei ihr eigenes Geld. Zu den klassischen Studentenjobs gehören Kellnern, Promotions- oder Nachhilfejobs. Doch wie sieht es aus, wenn ein absolut unpassender Semesterplan dir einen Strich durch die Rechnung macht? Zum Glück etablieren sich mehr und mehr Jobs, bei denen das selbstständige Einteilen der Arbeitszeit an erster Stelle steht.

Worauf sollte ich achten, wenn ich neben dem Studium arbeiten möchte?

  • Es gibt unterschiedliche Anstellungsarten, die du als Student eingehen darfst.
  • Grundsätzlich darf kein Student während des Semesters mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten – andernfalls verliert er seinen Sonderstatus als Student.
  • Anders sieht es in den Semesterferien aus: Während der vorlesungsfreien Zeit darf bis zu 3 Monate am Stück gearbeitet werden. Für die Wochenstunden gibt es dabei keine Begrenzung.
  • Steuerfrei bleibt der Verdienst, wenn der Jahresverdienst unter 8.652 Euro bleibt (Stand 2016). Wenn du Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend machst, kannst du wesentlich mehr verdienen ohne Steuern zahlen zu müssen.
  • BAföG: Jeder, der schon einmal BAföG beantragt hat, weiß, dass hier besonders aufgepasst werden muss. Denn wer BAföG und Nebenjob kombinieren möchte, muss auf einige Dinge achten.

Flexibilität durch Home Office-Jobs

Selbstdisziplin ist dein Spitzname? Dann sind Home Office Jobs wie für dich gemacht! Das Arbeiten von zu Hause wird immer beliebter, nicht nur bei Studenten, sondern auch bei erfahrenen Arbeitnehmern. Das Vereinbaren von Job und Familie oder auch Job und Studium wird erleichtert; und wenn das Tutorium mal wieder länger dauert, musst du nicht aus dem Hörsaal stürmen, um die Bahn pünktlich zum Schichtbeginn zu erreichen.

Natürlich ist die Heimarbeit nicht in jedem Bereich umsetzbar und auch hier ist man an gewisse Arbeitszeiten und Abgaben gebunden. Doch es lässt sich mehr mit dem Vorgesetzten vereinbaren und absprechen, sodass du dich nach wie vor auf dein Studium konzentrieren und deinen Nebenjob von zu Hause zufriedenstellend erledigen kannst.

Studentische Hilfskraft - Geld verdienen an der Uni

Wenn du bei der Jobauswahl den roten Faden deines Lebenslaufes nicht aus den Augen verlieren möchtest, könnte eine Anstellung als studentische Hilfskraft dein Sprung auf den Karrierezug sein. Als Hilfskraft kannst du in Bereichen wie der Datenpflege, als Uni-Bibliothekshelfer oder auch als rechte Hand deines Professors angestellt sein. Gerade Letzteres bietet dir oftmals eine flexible Zeiteinteilung und die Möglichkeit, deine Aufgaben von zu Hause aus zu erledigen. Bestenfalls beschert dir der Hiwi-Job jede Menge zusätzliches Wissen und als Kirsche auf der Torte ein paar Kontakte, die sich in Zukunft noch als sehr nützlich herausstellen können. Denn auch das Networking darf heutzutage nicht unterschätzt werden!

In der Regel findest du Jobs an der Uni auf der Website deiner Hochschule. Bestenfalls spricht dein Lieblingsprof dich an und fragt dich, ob du Interesse an einer Stelle hast. Oder du lebst treu nach dem Motto: Selbst ist der Student! Such dir die Sprechstunde der Lehrkraft heraus und frage einfach mal nach, ob gerade nach Unterstützung gesucht wird.

Reiseblogger - die Welt sehen und darüber schreiben

Wahrscheinlich gibt es in jedem Freundeskreis mindestens einen Weltenbummler und alle fragen sich: Wie funktioniert es, ohne geregeltes Einkommen so viel rumzukommen? Okay, 51 Prozent der Studenten werden nach wie vor von den Eltern finanziert, aber bezahlen diese auch die Reisen um die Welt? Welche mysteriösen Einnahmequellen es auch geben mag, mit der Reiserei Geld zu verdienen, ist auf jeden Fall eine der Sinnvollsten. So hält man nicht nur seine Erlebnisse fest, sondern bietet anderen Reiselustigen einen persönlichen Einblick und verdient ganz nebenbei auch noch Geld.

Für viele Studenten erscheint es zunächst utopisch, an solch einen Job zu gelangen, doch mittlerweile haben vermehrt Firmen, insbesondere aus dem Tourismusbereich, ihren eigenen Blog. Als Reiseblogger wirst du je nach Unternehmen pauschal oder per Textlänge von den Betreibern bezahlt. Ein paar Insidertipps und Fotos teilt doch jeder gerne und WLAN gibt es mittlerweile in jedem Hotel und Restaurant. So kannst du mit deinen Erfahrungen ganz einfach dein Taschengeld für die nächste Reise verdienen!

Sommer- und Ferienjobs - Fließband oder Club-Animateur?

Ob von zu Hause oder unterwegs: Es klappt einfach nicht mit einem Job neben dem Studieren. Das Studium nimmt deinen Alltag komplett ein und die wenige freie Zeit, die du noch hast, möchtest du lieber für die schönen Dinge des Lebens nutzen. Das soll dir gegönnt sein! Gerade bei Studiengängen, die der Anwesenheitspflicht unterliegen und Abendseminare an der Tagesordnung stehen, ist ein Nebenjob von 20 Stunden pro Woche undenkbar und auch nicht förderlich für die Gesundheit und dein Wohlbefinden. In diesem Fall macht es Sinn, das Arbeiten auf die Semesterferien zu verlegen.

Ferienjobs sind eine gute Möglichkeit, um in kurzer Zeit relativ viel Geld zu verdienen. Es muss natürlich nicht die ganzen Ferien malocht werden, da man diese wohl auch genießen und zum Entspannen nutzen möchte. Vier bis sechs Wochen am Fließband, als Animateur, Promoter oder Kurierfahrer arbeiten, und die Kasse wird aufgefüllt!

Praktikum - Geld verdienen und dabei Lebenslauf erweitern

Seit den 1990er Jahren ist der Begriff „Generation Praktikum“ in aller Munde und auch heute noch stecken wir mittendrin. Ob verpflichtend oder freiwillig, eines steht fest: Praktika sind fester Bestandteil jedes Studiums. Bevor es überhaupt zum Angebot einer Festanstellung kommt, hat man i.d.R. bereits unzählige Praktika in oftmals unterschiedlichsten Bereichen absolviert. Denn natürlich darf neben dem Studium auch die Praxiserfahrung nicht zu kurz kommen.

In vielen Fällen ist das Praktikum in bestimmten Semestern obligatorisch, für freiwillige Praktika bieten sich die Semesterferien an, oder einfach mal ein Urlaubssemester einlegen! Neben vielen unentgeltlichen Praktika gibt es mittlerweile auch eine große Auswahl an bezahlten Praktika im In- und Ausland. Die Bezahlung variiert in Deutschland oftmals, je nachdem, ob es sich um ein verpflichtendes oder freiwilliges Praktikum handelt.

Ganz egal, für welche Anstellungsart du dich auch entscheidest: Du besserst nicht nur deine Spardose, sondern auch deinen Lebenslauf auf. Praktische Erfahrung und dein Wille, neben dem Studium Geld zu verdienen, zeigen deinem zukünftigen Arbeitgeber, dass du motiviert bist und dich nicht auf dein „bequemes Studentenleben“ (wir wissen alle, dass das nicht immer zutrifft!) ausruhst.


Ein Gastbeitrag von Sarah Karski

Jetzt Steuerrückzahlung berechnen!