Als Student Kapitalertragsteuer zahlen? Gar nicht mal so unüblich

Studenten und Kapital? Ist das nicht eigentlich ein Widerspruch? In den meisten Fällen schon. Schließlich kostet so ein Studium eine Menge Geld und du bist noch nicht lange genug auf der Welt, um ein Vermögen angehäuft zu haben. Vorausgesetzt natürlich, du bist kein Langzeitstudent im 21. Semester.

Ausnahmen bestätigen aber wie immer die Regel. Und ein wenig abgedroschen ist das Vorurteil auch, dass Studenten immer bettelarm sein müssen. Wer die Möglichkeit hatte, bereits seit einiger Zeit jeden Monat einen gewissen Betrag beiseite zu legen, hat eventuell schon ein kleines Vermögen angehäuft.

In solchen Fällen sollten Studenten schon mal etwas von der Kapitalertragsteuer gehört haben. Oder am besten von der Abgeltungsteuer, aber dazu gleich mehr. Grundsätzlich kann nämlich nicht jeder auf seinem Ersparten hocken und warten, dass sich das Geld vermehrt. Nicht selten möchte auch der Fiskus profitieren. Aber eins nach dem anderen. Was ist überhaupt eine Kapitalertragsteuer?

Was ist die Kapitalertragsteuer?

Wenn man es ganz genau nimmt, gibt es die Kapitalertragsteuer überhaupt nicht mehr. Das mag für viele jetzt vielleicht ein Schock sein, aber in ihrer Funktionsweise bleibt sie uns nahezu erhalten. Und genau das in Form der sogenannten Abgeltungsteuer.

Dabei handelt es sich um eine vorausgezahlte Einkommensteuer. Normalerweise zahlen wir Steuern am Ende des Monats mit dem Erhalt des Gehalts oder eben nach Ablauf eines Kalenderjahres im Rahmen der Einkommensteuererklärung. Manchmal bekommen wir dann zu viel geleistete Steuern zurück, manchmal müssen wir aber auch ordentlich nachzahlen.

Bei der Kapitalertragsteuer, besser gesagt der Abgeltungsteuer, wird die Steuer direkt an der Quelle erhoben. Dann behält die Bank (bei Transaktionen) die Steuer ein und leitet den Betrag an den Fiskus weiter. Somit handelt es sich um eine Quellensteuer.

Hintergrund der Kapitalertragsteuer

Auch der Fiskus möchte etwas vom Kuchen abhaben. Der Staat besteuert Kapitalvermögen. Hintergrund ist der, dass Steuerhinterziehung vermieden werden soll. Deswegen handelt es sich bei dieser Steuer eben auch um eine Quellensteuer.

Wie bereits erwähnt, gibt es die Kapitalertragsteuer heutzutage nicht mehr. Seit 2009 werden auf Kapitalvermögen pauschal 25 % Steuern fällig. Hinzu kommen Ausgaben für den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.

Bisher wurden auf Geldanlagen 20 bis 35 Prozent Steuern fällig. Die Staffelung sah dabei wie folgt aus:

  • Dividen wurden zu 20 Prozent versteuert
  • Festgelder und Sparkonten wurden zu 30 Prozent versteuert
  • Tafelgeschäfte wurden mit 35 Prozent versteuert
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Abgeltungsteuer als Quellensteuer

In Deutschland gibt es mehrere Quellensteuerarten. Dazu gehören:

  • Lohnsteuer
  • Aufsichtsratsteuer
  • Bauabzugsteuer
  • Abzugsteuer
  • Abgeltungsteuer
  • Kirchensteuer

Für Arbeitnehmer sind vor allem Lohnsteuer, Abgeltungsteuer und Kirchensteuer relevant.

Funktionsweise Abgeltungsteuer

Wer große Geldbeträge auf seinem Konto hortet, erhält dafür Zinsen. Und ab einem bestimmten Betrag im Jahr wird allein durch die Verzinsung ein gewisser Kapitalertrag erzielt. Hast du zum Beispiel 60.000€ auf dem Konto und erhältst dafür 2 % Zinsen, beträgt der Kapitalertrag für ein Jahr immerhin 1.200 €, ohne dafür auch nur etwas zu unternehmen. Das Geld vermehrt sich quasi wie von selbst. Und auf diesen Gewinn muss dann eventuell eine Abgeltungsteuer entrichtet werden.

Kapitalerträge sind:

  • Zinsen
  • Dividenden (Aktien, Anteile etc.)
  • Erträge aus Fonds, Zertifikaten usw.
  • Wertzuwächse beim Verkauf von Aktien

Alles Wichtige auf einen Blick

  • Kapitalertragsteuer gab es bis 2009
  • seit 2009 Abgeltungsteuer
  • dabei handelt es sich um eine Quellensteuer
  • diese wird direkt bei einer Transaktion eingezogen
  • Abgeltungsteuer beträgt pauschal 25 Prozent
  • Abgeltungsteuer wird fällig bei Dividenden, Zinsen, Kursgewinne etc.
  • Soli und Kirchensteuer kommen hinzu
  • Aktienveräußerungen werden ebenfalls besteuert
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