Steuertipps für Studenten

Jeder, der studiert hat, kennt wahrscheinlich die Situation, dass fürs Kino oder fürs Restaurant das nötige Kleingeld gefehlt hat. Dann gab es doch meistens nur Dosen-Ravioli und einen Pro7-Blockbuster mit 18-maliger Werbung auf der Couch.

Solche Situationen können einen schon ziemlich frusten. Ständig gefühlt am Hungertod zu nagen, kann schnell am Selbstwertgefühl kratzen. Und das, obwohl du neben dem Studium noch 20 Stunden pro Woche jobbst.

Es muss doch eine Möglichkeit geben, diese Phase irgendwann positiv umwandeln zu können. Und die gibt es in der Tat. Das Zauberwort heißt unter anderem Verlustvortrag. Aber eines nach dem anderen. Wir liefern dir nützliche Steuertipps speziell für Studenten.

Lohnt sich eine Steuererklärung für jeden Studenten?

Die Antwort lautet: „Es kommt drauf an." Der Staat unterscheidet derzeit noch zwischen einem Erststudium und einem Zweitstudium.

Ein Verlustvortrag kommt derzeit nur für Studenten in der Zweitausbildung in Frage. Erst dann können sämtliche Studienkosten als Werbungskosten angegeben werden.

Studenten, die sich in der Erstausbildung befinden, können ihre Kosten zur Zeit nur als Sonderausgaben ansetzen. Der Unterschied zu Werbungskosten besteht darin, dass Sonderausgaben nicht rückwirkend Jahre später von der Steuer abgesetzt werden können.

Weitere Informationen diesbezüglich findest du auch unter unserer Rubrik „Erststudium vs. Zweitstudium".

Ich befinde mich in der Erstausbildung? Was jetzt?

Zurecht fühlen sich Studenten im Erststudium benachteiligt. Das sieht auch der Bundesfinanzhof so. Daher liegt die ganze Sachlage dem Bundesverfassungsgericht vor. Bis sich dieses allerdings dazu durchgerungen hat, die Angelegenheit zu bearbeiten, können noch mehrere Jahre vergehen.

Das wiederum ist aber noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Aussichten, dass ein künftiges Urteil zu Gunsten der Studenten ausfällt, stehen gut. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, sicherheitshalber eine Steuererklärung einzureichen, denn unter Umständen zahlt sich der Aufwand in naher Zukunft aus.

Keine Steuertipps mehr verpassen

Welche Ausgaben können von der Steuer abgesetzt werden?

In der Regel können alle Posten steuerlich geltend gemacht werden, die im Zusammenhang mit der Ausbildung entstanden sind. Das sind beispielsweise:

  • Studiengebühren
  • Lehrgangsgebühren
  • Repititorien
  • Prüfungsgebühren
  • Sprachkurse
  • Fachliteratur
  • Arbeitsmittel
  • Laptop
  • Smartphone
  • Fahrtkosten
  • Kosten für Zweitwohnsitz
  • Zinsen für Ausbildungsfinanzierungen
  • ...

Gute Gründe, eine Steuererklärung abzugeben

  • es lohnt sich immer, gezahlte Steuern zurückzuholen
  • mit einem Verlustvortrag können künftige Steuern gespart werden
  • Studenten, deren Einkommen höher ist als der derzeitige Freibetrag (8.820€), können mit Ausbildungskosten Steuerlast mindern
  • Selbstständige, die Rechnungen schreiben, müssen sogar eine Steuererklärung abgeben
  • Verlustvortrag lohnt sich in den meisten Fällen, in Zukunft vielleicht auch bald für Studenten in der Erstausbildung

Unser Fazit lautet also: Es lohnt sich in der Regel fast immer, eine Steuererklärung abzugeben. Insbesonders Studenten in der Zweitausbildung können eine Menge Geld vom Staat zurückholen. Ergreife deine Chance und wirf dem Fiskus nicht weiterhin dein ganzes Einkommen in den Rachen.

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Sascha
07. Dezember, 13:38 Uhr

Hallo,

ich habe folgende Frage:

Ich habe an einer Privaten Fachhochschule studiert. Meine Eltern haben monatlich 690€ Studiengebühren bezahlt, allerdings habe ich auch bafög erhalten welches ich meinen Eltern gegeben habe. Was kann ich nun von der Steuer absetzen?
Vielen dank für die Hilfe!!!
Viele grüße,

S

Support-Team
07. Dezember, 14:37 Uhr

Hallo Sascha,

du persönlich kannst gar nichts ansetzen. BAFöG ist generell nicht ansetzbar. Deine Eltern können in ihrer Steuererklärung 30 Prozent des Schulgelds, höchstens aber 5.000 Euro je Kind im Jahr als Sonderausgaben geltend machen.

Liebe Grüße

Sabine
20. September, 20:07 Uhr

Hallo,
ich habe aufgrund eines Nebenjobs jährlich meine Steuererklärung abgegeben, dabei jedoch nicht alle möglichen Aufwendungen angegeben. Zudem habe ich keinen "Haken" bei Verlustvortrag gemacht, sodass ich nur die gezahlten Steuern zurück erhalten habe, sodass ich mir unsicher bin, ob meine Augaben vorgetragen werden.
Nun habe ich in einem Forum diesen Eintrag gefunden: "Für Bescheide ab dem 20. Februar 2015 gilt: In der Strichliste der Erläuterungen findest du einen Vorläufigkeitsvermerk hinsichtlich der Absetzbarkeit der Studienkosten als Werbungskosten. Du kannst die Meldung der Studienkosten jederzeit nachholen und dich auf diese Vorläufigkeit berufen. Auf diese Weise können auch nicht angesetzte Masterstudienkosen nachgeholt werden."
Wie gehe ich hierbei vor? Muss ich einen Einspruch erheben?
Vielen Dank für Eure Hilfe!!

Support-Team
26. September, 10:09 Uhr

Hallo Sabine,

ein Einspruch muss nicht eingelegt werden. Aber es müsste die Änderung des vorläufigen Steuerbescheides nach § 165 ( 2) AO wegen der Studienkosten eingereicht werden, solange die Vorläufigkeit besteht. Das sollte möglichst zeitnah geschehen.

Beste Grüße

Carsten
11. Mai, 19:58 Uhr

Hallo,
ich habe folgende Frage: Ich studiere seit 2012 und habe bis dato einen Wechsel des Studienganges vollzogen (Erststudium). Während meiner Studentenzeit arbeitete/arbeite ich in den vorlesungsfreien Zeiten als Ferienarbeiter.
Für diese Jahre habe immer eine Steuererklärung abgegeben, allerdings ohne die anfallenden Kosten für mein Studium anzugeben.

Meine Frage lautet wie folgt: Bestünde für mich die Chance, dass ich die angefallenen Kosten rückwirkend geltend machen lassen kann ?

Ich danke Euch schon im Voraus für Eure Antwort.

Support-Team
14. Mai, 06:59 Uhr

Hallo Carsten,

sofern du bereits einen Steuerbescheid erhalten hast und dieser rechtsgültig ist, kannst du daran leider nichts mehr ändern.

Beste Grüße

Miriam
15. April, 11:56 Uhr

Ich habe im August 2016 angefangen zu arbeiten nach meinem Erststudium. Nun habe ich die Steuererklärung für 2016 erstellt. Für meine Studienjahre (ab Herbst 2009) habe ich bisher, da es sich um ein Erststudium handelt, keine Steuererklärungen abgegeben.
Muss ich die Verlustvorträge für meine Studienjahre erstellen und abschicken, bevor ich die aktuelle Steuererklärung für 2016 ans Finanzamt übermittle oder ist dies auch nach Erlass einen Steuerbescheids für 2016 noch möglich?
Vielen Dank schonmal für Eure Antwort?

Support-Team
24. April, 16:25 Uhr

Hallo,

Verlustvorträge sind bis zu 7 Jahre rückwirkend möglich. Du kannst diese auch nach Erhalt des Steuerbescheids für 2016 noch machen.

VG
Johannes