Produktivität und Lernen lernen

Längst hat der chronische Zeitmangel auch unter Studenten Einzug gehalten. Du quälst dich durch Vorlesungen und Tutorien, um abends auch noch in dieses eine Seminar zu müssen. Zwischendurch versuchst du noch, deine Kasse mit einem Nebenjob aufzubessern. Gerade in der Prüfungsphase könnte ein Tag ruhig 48 Stunden haben. Zwar können wir deine Aufgaben nicht abnehmen, aber wir können dir zeigen, wie du dir mehr Zeit verschaffst, damit du auch mal Zeit zum Nichtstun hast.

Und womit verschwendet fast jeder Student viel Zeit? Mit dem Lernen. Das soll nicht heißen, dass du nie wieder lernen sollst, nur eben effizienter. Denn sicher kennst du es von deinen Kommilitonen und bestimmt auch von dir selbst: Ein produktiver Lerntag besteht meistens aus mehr Pause und Prokrastination als aus der Aneignung von Wissen. Die Prüfungen rücken schneller näher als der Kopf voll wird, dein Koffeinkonsum steigt proportional zum Stresslevel und mal wieder denkst du dir: “Hätte ich mal früher angefangen”. Tja, hättest du mal.

So einfach ist das aber eben doch nicht. Um überhaupt erstmal anzufangen, braucht es eine gewisse Motivation. Und wenn die nicht durch Interesse am Lernstoff kommt, dann spätestens durch die Deadline. Meistens ist es dann aber schon zu spät und obwohl wir das wissen, ändern wir nichts daran. Was es natürlich nur schlimmer macht - wir sabotieren uns selbst und wissen das ganz genau. Dass das kein schönes Gefühl ist, weißt du bestimmt aus eigener Erfahrung.

Wie kannst du das Steuer selbst in die Hand nehmen?

Du kommst nicht drum herum, selbst aktiv zu werden. Du hast bestimmt schon mal gegoogelt, wie du motiviert lernen kannst. Viel gefunden, aber nichts hat dir so wirklich geholfen? Dann müssen wir dich enttäuschen. Ein magisches Rezept, durch das du plötzlich Spaß an Statistik hast oder sich deine Bachelorarbeit von selbst schreibt, haben wir leider auch nicht.

Jedoch können wir dir hilfreiche Tipps geben, von denen du - konsequent angewandt - langfristig profitierst. Ist das erstmal geschafft und es stellt sich das erste Erfolgserlebnis ein, wird es immer leichter. Bis es zu deiner Tagesroutine gehört, nochmal ein bis zwei Stunden die Vorlesungen zu wiederholen.

Keine Steuertipps mehr verpassen

Ein bis zwei Stunden Vorlesung nacharbeiten? Ihr spinnt!

Okay, es muss nicht jeden Tag sein, war ja nur ein Beispiel. Aber stell dir vor, du müsstest die Woche vor der Klausur nicht jeden Tag und jede Nacht durchlernen, weil du schon alles im Kopf hast. Dafür kannst du ganz ohne Stress nochmal alles durchgehen und dich gezielt mit dem beschäftigen, was noch unklar ist. Im Gegensatz zum Bulimie-Lernen zwei Tage vor der Prüfung bleibt dein erworbenes Wissen auch noch länger im Kopf. Das wäre doch klasse, oder? Und wenn dir das gefällt, dann haben wir hier noch weitere hilfreiche Tipps und Methoden, wie du effizienter lernst und dir Freiräume schaffst:

1. Kampf dem Perfektionismus

Vilfredo Pareto fand seinerzeit heraus, dass in vielen Fällen 80% des Ergebnisses mit 20% des Aufwands erreicht werden. Mit 80% muss für die restlichen Ergebnisse also die meiste Arbeit aufgewendet werden. Heute bekannt als Paretoprinzip, Paretoeffekt oder auch 80-zu-20-Regel, machen viele Studenten davon Gebrauch - meistens jedoch unbewusst und daher nicht besonders effektiv.

Gerade wenn die Zeit knapp ist, solltest du dir dieses Prinzip vor Augen führen. Wichtig ist, dass du die 20 Prozent sinnvoll investierst, also in den Stoff, der auch relevant ist. Aber auch, wenn du 100 Prozent geben willst, ist das Paretoprinzip etwas für dich. In einem ersten Durchgang lässt sich so in kurzer Zeit ein Überblick verschaffen. Mit dem Vorwissen kannst du dir anschließend in einem zweiten Durchgang besser Details und Zusammenhänge merken.

2. Lernplan erstellen

Aller Anfang ist schwer. Erstelle einen Lernplan, um diese Hürde zu nehmen. Denn ein festgelegter Startzeitpunkt wirkt wie eine Deadline und du hältst dich eher daran, als wenn du dir vornimmst, “irgendwann” anzufangen. Außerdem kannst du mit einem Lernplan den Stoff in übersichtliche Häppchen einteilen, nach Wichtigkeit ordnen und weißt immer genau, wie weit du gerade bist und was du als Nächstes lernen solltest. Rechtzeitig angefangen, kommst du nicht so leicht in Stress und musst nicht “auf Lücke” lernen.

3. Brainfood

Du hast sicherlich schon mal davon gehört, dass Studenten immer häufiger auf leistungssteigernde Substanzen zurückgreifen, um ihre Ziele zu erreichen. Davon raten wir dir natürlich ab. Vielmehr kannst du deine Leistung mit ganz einfachen Mitteln steigern: zum Beispiel mit der richtigen Ernährung.

Und nein, dazu gehören weder Energydrinks noch Traubenzucker. Diese versorgen dich zwar mit Energie, das aber leider nur kurzfristig. Danach fällst du in ein Loch, aus dem du nur schwer wieder rauskommst. Besser sind Lebensmittel aus langkettigen Kohlenhydraten wie Kartoffeln, Obst oder Haferflocken. Dein Körper braucht länger, um diese zu verdauen und so wirst du über einen längeren Zeitraum kontinuierlich mit Energie versorgt. Das wirkt sich natürlich nicht nur positiv auf deinen Lernerfolg aus, sondern auch auf deine allgemeine Gesundheit, deine Leistung beim Sport und deine Kochkünste.

4. Lerntypen

Bist du eine Lerche oder eine Eule? Oder doch eher ein Normalo? Dein Schlaf- und Lerntyp bestimmt deine produktiven Phasen - sei es fürs Studium, die Arbeit oder Hobbys - und sollte daher auch die Grundlage für deinen Zeitplan sein. Denn von ihm ist abhängig, wann deine tägliche Hochphase ist und wann du lieber mal einen Powernap hältst, anstatt dich mit Büchern zu quälen.

Eulen sind die Spätaufsteher, die dafür aber umso produktiver werden, je später es wird. Sie verrichten den größten Teil ihrer Arbeit dann, wenn die Lerchen schon längst fertig damit sind. Die stehen nämlich früh auf, entspannen dafür aber auch früher. Das Ganze ist eine sehr individuelle Angelegenheit, daher solltest du unbedingt auf deinen Körper hören. Oft ist es hilfreich, eine Art Tagebuch darüber zu führen, wann du besonders produktiv bist und daran deine Lernzeiten orientieren.

Dir haben unsere Tipps hier gefallen? Das war nur der Anfang. Es gibt Lernmethoden, Tools, Brainfoods und vieles mehr, die du sicher noch nicht kennst. In unserem Artikel Klausurvorbereitung - So klappt das Lernen im Studium kannst du gleich weiterlesen.

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