Steuererklärung 7 Jahre rückwirkend abgeben

Der Gesetzgeber wird die Frist zur rückwirkenden Abgabe von Steuererklärungen voraussichtlich bald auf 4 Jahre festsetzen. Wer für die Jahre 2011, 2012 und 2013 noch Studienkosten erstattet bekommen will, muss sich beeilen.


AUF EINEN BLICK

  • Frist für rückwirkende Abgabe der Steuererklärung wird vermutlich bald auf 4 Jahre gesenkt.
  • Aktuell können Studienkosten noch bis zu 7 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden.
  • Wer keine Belege mehr hat, kann einfach Pauschalen nutzen.
  • Auch Bachelor-Studenten können Studienkosten als Werbungskosten absetzen.

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss diese bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt einreichen. Für die Mehrzahl der Studenten gilt allerdings der 31. Dezember als Stichtag für die Abgabe, da sie zur Gruppe der Steuerfreiwilligen gehören (Jahreseinkommen unter 9.000 Euro). Zudem können Studenten sogar bis zu 7 Jahre rückwirkend eine Steuererklärung für ihre Studienzeit erstellen, und dadurch ihre Studienkosten steuerlich geltend machen.

Der Gesetzgeber hat zwar bereits mehrmals durchblicken lassen, dass die Frist von 7 Jahren in absehbarer Zeit auf nur noch 4 Jahre reduziert werden soll. Bis dato ist dies aber noch nicht geschehen.

Noch Steuererklärungen für 2009 bis 2012 abgeben

Studenten, die in der Zeit von 2011 bis 2013 studiert und noch keine Steuererklärungen für diese Jahre abgegeben haben, sollten dies also schnellstmöglich tun. Sollte die Frist tatsächlich auf 4 Jahre gesenkt werden, dann ist keine nachträgliche Verlustfeststellung von Studienkosten mehr möglich.

Keine Belege mehr für die Jahre 2011 bis 2013?

Es ist natürlich anzunehmen, dass nicht alle Menschen 5 bis 7 Jahre lang Belege für studienbedingte Ausgaben etc. aufbewahren. Doch auch wenn keine Nachweise in Form von Rechnungen mehr zur Verfügung stehen, ist dies nicht weiter schlimm. Viele Studienkosten können ganz einfach durch Pauschalen geltend gemacht werden. Nachweise fordert das Finanzamt in diesem Fall nicht. Zudem können getätigte Ausgaben auch anhand von Kontoauszügen nachgewiesen werden. Diese können von Banken teilweise bis zu 10 Jahre zurück wieder bereitgestellt werden.

Verlustvortrag auch für Studienkosten aus dem Erststudium

Während für ein Zweitstudium (Master) die Studienkosten problemlos als Werbungskosten angegeben und damit auch als Verlust vorgetragen werden können, ist dies bei einem Erststudium (Bachelor) eigentlich nicht möglich. Hier können laut Gesetz die Kosten nur als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das heißt, es können Ausgaben bis maximal 6.000 Euro von der Steuer abgesetzt werden - aber nur in dem Jahr, in dem sie tatsächlich angefallen sind. Ein Verlustvortrag ist nicht möglich.

Dennoch macht auch für diejenigen, die in den Jahren 2009 bis 2012 ein Bachelor-Studium absolviert haben, die rückwirkende Abgabe einer Steuererklärung Sinn. Denn der Bundesfinanzhof (BFH) hat bereits im November 2014 entschieden: Die steuerliche Ungleichbehandlung von Studenten im Erst- und Zweitstudium ist verfassungswidrig! Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) muss nun als letzte Instanz das Urteil des BFH bestätigen oder revidieren.

Bis das BVerfG ein endgültiges Urteil gefällt hat, sollten auch Bachelor-Studenten mit Verweis auf die aktuell laufenden Verfahren am BVerfG ihre Studienkosten als Werbungskosten angeben und damit einen Verlustvortrag machen. Natürlich ebenfalls derzeit noch sieben Jahre rückwirkend.

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