Masterstudium finanzieren: Brauche ich einen Studienkredit?

Den Bachelor in der Tasche und dann weiter studieren? Das kann nicht verkehrt sein, schließlich verspricht der Masterabschluss später auf dem Arbeitsmarkt viele Vorteile sowie ein höheres Einkommen. Problem ist nur, dass so ein Masterstudium schnell ins Geld gehen kann. Ergibt an dieser Stelle die Finanzierung mittels Studiendarlehen Sinn?

Das Bachelorstudium könnte besser nicht laufen und der Abschluss kommt in großen Schritten immer näher. Grund für viele Studenten, sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie es nach dem Studium weitergehen soll. Direkt ins Berufsleben starten oder doch lieber weiter studieren? Eine Vertiefung der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten durch ein Masterstudium bringt später natürlich so manchen Vorteil.

Dass so ein Masterstudium oft nicht ganz billig ist, wird den meisten schnell bewusst. Das ist jedoch noch lange kein Grund, gleich zu verzweifeln. Es gibt einige Möglichkeiten, um die Kosten für das Studium zu stemmen. Wer mit den herkömmlichen Varianten noch nicht ausreichend versorgt ist, der kann über die Aufnahme eines Studiendarlehens nachdenken.

Klassische Finanzierungsmöglichkeiten für das Studium

Geld ist neben dem Bestehen von Klausuren wahrscheinlich eines der größten Probleme aller Studenten. Ein paar verschiedene Arten zur Finanzierung des Studentenlebens haben sich in der Vergangenheit herauskristallisiert:

  • BAföG
  • Nebenjobs / Berufsbegleitendes Studium
  • Unterstützung durch die Eltern
  • Stipendien
  • Bildungskredite / Studiendarlehen

All diese Möglichkeiten sind prinzipiell sowohl für ein Bachelor- als auch für ein Masterstudium anwendbar.

Der Bezug von BAföG ist unter bestimmten Voraussetzungen für das Masterstudium möglich. Einen Nebenjob kannst du dir natürlich auch suchen. Am besten etwas in deiner Fachrichtung, denn je mehr fachspezifische Praxiserfahrung du später nachweisen kannst, desto höher sind deine Chancen, einen tollen Job zu ergattern. Alternativ kannst du dich auch direkt nach einem dualen Masterstudium umsehen. Dabei verdienst du schon Geld und möglicherweise übernimmt sogar das Unternehmen einen Teil der Studiengebühren.

Wenn du das Glück hast, dass deine Eltern dich finanziell unterstützen können, ist das natürlich sehr gut. Auch wenn es nur ein kleiner Teil ist – jeder Euro zählt. Oder stichst du durch besonders gute Leistungen und viel persönliches Engagement hervor? Dann können deine Bemühungen unter Umständen durch ein Stipendium für das Masterstudium belohnt werden!

Ist ein Studienkredit wirklich notwendig?

Du kommst mit BAföG oder Nebenjob vollkommen aus? Perfekt, dann musst du nicht über die Aufnahme eines Darlehens für Studenten nachdenken. An einigen Universitäts- und Hochschulstandorten ist das Leben jedoch nicht gerade billig. Hier kann es schnell passieren, dass das Geld knapp wird.

Angenommen also, das BAföG reicht nicht aus, du kannst auch nicht so viel nebenbei jobben, dass es zum Leben reicht und für das Stipendium wurdest du ebenfalls abgelehnt.

War es das jetzt mit dem Master? Wohl kaum! Denn mit Hilfe eines Studiendarlehens kannst du die restlichen Kosten wahrscheinlich voll tragen. Alles, was nicht durch BAföG und Co. abgedeckt ist, kannst du per Studienkredit finanzieren.

Du solltest dir aber auf jeden Fall genau Gedanken darüber machen, einen Studentenkredit aufzunehmen. Kalkuliere deine monatlichen Ausgaben noch einmal genau und führe sie dir vor Augen. Vielleicht gibt es doch noch Einsparpotenzial? Ist dies definitiv nicht der Fall, dann benötigst du wohl einen Studienkredit, um während der Studienzeit über die finanziellen Runden zu kommen. Sich vor der Kreditaufnahme erst einmal umfassend zu informieren, ob sich ein Studienkredit wirklich lohnt, ist dabei das Allerwichtigste.

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Studiendarlehen sinnvoll?

Den Kredit für das Masterstudium kannst du als eine Investition in dich selbst betrachten, die sich später wieder auszahlen soll. Durch den Masterabschluss ist karrieretechnisch viel mehr möglich und das Einkommen wird dementsprechend höher sein als ohne. Das macht sich in der Regel schon beim Einstiegsgehalt des ersten Jobs direkt nach dem Studium bemerkbar. So verdienen Berufseinsteiger mit Masterabschluss im Jahr 3000 - 6000 € mehr als ihre Kollegen, die nur einen Bachelor vorweisen können (Quelle: absolventa.de).

Den Studienkredit kann man mit dem höheren Einkommen locker zurückzahlen. Die Tilgung des Kredits ist dabei irgendwann beendet – das höhere Einkommen bleibt. Eine Finanzierung des Masterstudiums durch ein Darlehen ist also häufig sinnvoller, als aus finanziellen Gründen auf ein solches Studium zu verzichten.

Kredit aufnehmen – doch in welcher Höhe?

Prinzipiell gilt natürlich: Je weniger, desto besser. Schließlich muss alles später mit Zinsen zurückgezahlt werden. Daher sollte man nur das auf Kredit finanzieren, was man wirklich nicht durch einen Nebenjob bewältigen kann.

Am besten kalkuliert man einmal seine gesamten Kosten, die im Verlauf des Studiums anfallen können. Studiengebühren, Lehrmaterial, Miete, Lebensmittel und so weiter.

Wenn feststeht, wie viel Geld benötigt wird, können davon feste Einkünfte, beispielsweise BAföG oder der Lohn vom Nebenjob, abgezogen werden. Nun ergibt sich eine Differenz, quasi der Restbetrag, den es noch zu finanzieren gilt.

Empfehlenswert ist es, hier lieber ein kleines bisschen mehr Kredit aufzunehmen. In der Regel kommen doch immer irgendwelche unvorhergesehenen Kosten auf einen zu. Damit man dann nicht in Not kommt, kann es nicht schaden, einen kleinen Puffer zu haben. Schließlich willst du dich während der Masterarbeit nicht um deine Finanzen sorgen müssen.

Wo bekomme ich ein Darlehen?

Du könntest dein Studiendarlehen zum Beispiel bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) aufnehmen. Diese bietet einen sogenannten Bildungskredit und einen KfW-Studienkredit an.

Bildungskredit:

  • 0,72 % effektiver Jahreszins
  • monatliche Auszahlung von 100, 200 oder 300 Euro
  • Finanzierung ohne Sicherheiten / einkommensunabhängig

KfW-Studienkredit:

  • 3,62 % effektiver Jahreszins
  • monatliche Auszahlung zwischen 100 und 650 Euro
  • Finanzierung ohne Sicherheiten / einkommensunabhängig

Fazit

Die Finanzierung des Masterstudiums mit einem Darlehen ist prinzipiell keine schlechte Sache, wenn man bedenkt, welche Vorteile der Masterabschluss später bringen kann.

Damit alles gut geht, sind jedoch ein bisschen Planung und Voraussicht erforderlich. Welche Kosten kommen auf mich zu und wie geht es beruflich nach dem Studium weiter? Wenn man sich in der Lage sieht, dass man den Kredit dann auch ohne Probleme zurückzahlen kann, spricht nichts dagegen.

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