Steuererklärung - Fahrtkosten zur Universität und Co.

Nicht jeder wohnt direkt neben der Uni und braucht einfach nur aus dem Bett zu fallen, um direkt im Hörsaal zu landen. Vor allem in Großstädten kosten bezahlbare Wohnungen bzw. Zimmer oft ein Vermögen.

Diejenigen, die keine reichen Eltern oder selbst im Lotto gewonnen haben, müssen dann nicht selten in den Speckgürtel ziehen oder sich mit schäbigen Unterkünften zufrieden geben. Sollten alle Stricke reißen, bleibt einem noch das Kinderzimmer in der Heimat.

Die Fahrten zur Bildungseinrichtung können schnell sehr teuer werden. Dabei sind Studenten in der Regel froh über jeden Euro, der einem nicht aus dem Portemonnaie gezogen wird. Gut, dass der Staat in Bezug auf Fahrtkosten Abhilfe leistet. Denn dieser beteiligt sich mit einer Pauschale.

Fahrtkosten

Einen kleinen Haken gibt es aber dennoch. Wer von der Pauschale profitieren möchte, muss während des Erststudiums bzw. während der Erstausbildung ein zu versteuerndes Einkommen erzielen.

Sollte das nicht der Fall sein, besteht trotzdem noch Grund zur Hoffnung. Mit der Steuererklärung kann nämlich auch ein Verlustvortrag erstellt werden, bei dem vorweggenommene Werbungskosten festgestellt und somit, sobald das erste Geld im Hauptjob verdient wird, später das zu versteuernde Einkommen gemindert wird. Berufen kann man sich auf das Urteil des Bundesfinanzhofes vom 13. Januar 2015, indem die Ungleichbehandlung zwischen Erst- und Zweitausbildung angeprangert wird. Wird der Verlustvortrag vom Finanzamt jedoch nicht akzeptiert, hast du die Möglichkeit, innerhalb 1 Monats Einspruch einzulegen.

Weiterführende Informationen dazu findest du in unseren Rubriken „Verlustvortrag" und „Erststudium vs. Zweitstudium".

Keine Steuertipps mehr verpassen

Weg zur Universität

Bis 2013 konnten Studenten ihre Fahrtkosten noch als Dienstreise ansetzen. Das bedeutete, dass jeweils der Hin- und Rückweg mit 30 Cent pro zurückgelegtem Kilometer berücksichtigt wurde. Heutzutage werden in Vollzeit besuchte Bildungseinrichtungen nicht mehr als Arbeitsstätten angesehen.

Das wiederum hat zur Folge, dass Fahrtkosten nur noch als verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale von der Steuer abgesetzt werden können. Und eben diese lässt sich nur für die einfache Strecke (Hin- oder Rückweg, aber nicht beide) anwenden. Die 30 Cent werden als Werbungskosten berücksichtigt.

Was ist ein Vollzeitstudium?

Um ein Vollzeitstudium oder eine vollzeitige Bildungsmaßnahme handelt es sich, wenn:

  • das Studium oder die Bildungsmaßnahme für einen Beruf ausbildet
  • du nicht zeitgleich berufstätig bist oder
  • während der Ausbildungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet wurde
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David
12. Juni, 06:13 Uhr

Liebes Studentensteuererklärung-Team,

Fahrtkosten zwischen der Wohnung und der ersten Arbeitsstätte können mit 30cent/km (einfacher Weg) angesetzt werden. So weit so gut. Wie verhält es sich nun aber bei Fahrten die nicht zur ersten Arbeitsstätte führen, z.B.
a) zur Bibliothek,
b) zu Lerngruppen
c) oder zu einem Minijob mit Studienbezug (z.B. wissenschaftliche Hilfskraft = Arbeitserfahrung also Weiterbildung)??

In diesem Zusammenhang möchte ich noch fragen, warum in eurem Steuertool bei der jährlichen Anzahl der Bibliotheksbesuche nach Tagen mit min. 8h/Tag nachgefragt wird? Ich kann nur noch schlecht nachvollziehen an welchen Tagen ich über/unter 8 Stunden in der Bibliothek studiert habe. Was hat es mit den 8 Stunden auf sich?

Liebe Grüße
David

Support-Team
12. Juni, 16:42 Uhr

Hallo David,

wir dürfen dir leider keine Steuerberatung geben, aber allgemein können wir die Funktionsweise der sog. Dienstreisepauschale und unserer Software schon erklären :)

Alle im Zusammenhang mit Beruf und/oder Ausbildung entstandenen Fahrten, die nicht die erste Tätigkeitsstätte zum Ziel hatten, können pauschal mit 30 Cent/km Hin- und Rückweg geltend gemacht werden. Unser Tool errechnet automatisch die entsprechende Summe anhand der angegebenen Tage und der Entfernungen.

Bei einer beruflichen Abwesenheit von mindestens 8 Stunden von der ersten Tätigkeitsstätte steht Arbeitnehmern/Auszubildenden eine Pauschale für den Verpflegungsmehraufwand zu. Diese beträgt 12 Euro pro Tag. Trägst du also an dieser Stelle in unserem Tool etwas ein, werden dir automatisch die 12 Euro angerechnet.

Viele Grüße
Johannes

Lisa
30. Mai, 15:46 Uhr

Hallo liebes Studentensteuererklärung-Team,

sollte man für die Berechnung der Fahrtkosten die vorlesungsfreie Zeit berücksichtigen oder kann erfahrungsgemäß von 230 Arbeitstagen ausgegangen werden?

herzlichen Dank vorab für Eure Einschätzung!

Support-Team
01. Juni, 07:56 Uhr

Hallo Lisa,

eine individuelle Steuerberatung darf durch uns leider nicht stattfinden.

Grundsätzlich sind aber 230 Arbeitstage der Maximalwert, der von Finanzämtern im Regelfall akzeptiert wird.

Viele Grüße
Johannes

Maximilian
26. Februar, 21:27 Uhr

Hallo wundertax-Team!
Als Promotionsstudent kann ich mich auch an der Universität einschreiben und somit das günstige Studenten-Verbundsticket erwerben. Kann ich dennoch die Pendlerpauschale in Anspruch nehmen, oder muss dann das Verbundsticket als Werbungskosten angegeben werden (wobei ich dann unter der Werbungskostenpauschale von 1000€ liegen würde...)?

Vielen Dank schon mal!

Support-Team
27. Februar, 07:40 Uhr

Hey Maximilian,

das Finanzamt wird immer zu deinen Gunsten entscheiden und sich für die Variante entscheiden, die sich steuermindernder für dich auswirkt.

Beste Grüße