Erststudium versus Zweitstudium

Bachelor-Studenten haben es wesentlich schwieriger, ihre Studienkosten steuerlich geltend zu machen als Master-Studenten. Diese steuerliche Ungleichbehandlung befand der Bundesfinanzhof bereits 2014 für verfassungswidrig. Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht in letzter Instanz entscheiden.

Erststudium

Der Gesetzgeber ist (aktuell noch) der Auffassung, dass alle Kosten, die aufgrund einer Erstausbildung anfallen, als Sonderausgaben zu betrachten sind. Zur Erstausbildung gehört auch ein Bachelor-Studium, da du hierdurch einen vollwertigen Berufsabschluss erlangst und damit auf dem freien Arbeitsmarkt einen Job annehmen kannst.

Typische Erstausbildungen sind:

  • Bachelor-Studium ohne eine vorherige abgeschlossene Berufsausbildung
  • Berufsausbildung (z.B. Bankkaufleute, Versuchungskaufleute, Friseure, Tischler, u.v.m.)
  • Erstes Staatsexamen
  • Wechsel des Studiums ohne Abschluss

Keine Erstausbildungen sind:

  • Kurse zur Berufsvorbereitung oder -orientierung
  • Betriebspraktika
  • Grundausbildung bei der Bundeswehr

Studienkosten für das Erststudium (z.B. Bachelor ohne vorangegangene Berufsausbildung) sind nach aktuell gültigem Recht nur begrenzt absetzbar: bis zu 6.000 Euro als Sonderausgaben (nicht als Werbungskosten). Hinzu kommt: Sonderausgaben können nur in dem Jahr, in denen sie angefallen sind, steuerlich geltend gemacht werden und nicht auf spätere Jahre vorgetragen werden. D.h. deine absetzbaren Sonderausgaben verfallen, wenn deine Einkünfte in diesem Jahr nicht hoch genug waren, um die 6.000 Euro vollständig auszuschöpfen.

Hinweis: Da die Erststudienfrage momentan auf Verfassungsmäßigkeit geprüft wird, empfehlen wir dir, die Studienkosten für das Erststudium als Werbungskosten geltend zu machen. Entsprechend werden alle Kosten in unserem Steuer-Tool als Werbungskosten angesetzt.

Zweitstudium

Eine Zweitausbildung ist jede Ausbildung, die nach einer abgeschlossenen Erstausbildung absolviert wird.

Typische Zweitausbildungen sind:

  • Master-Studium
  • eine zweite Berufsausbildung
  • Bachelor-Studium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung (z.B. Studium nach einer Lehre)
  • Berufsausbildung nach abgeschlossenen Bachelor-Studium
  • Erststudium im Rahmen eines Dienst- oder Ausbildungsdienstverhältnisses, z.B. bei Offizieren, Berufssoldaten der Bundeswehr oder im dualen Studium
  • Universitätsstudium nach Abschluss eines Studiums an einer Fachhochschule, Pädagogischen Hochschule oder Kunsthochschule
  • Promotion und Promotionsstudium
  • MBA-Studium
  • Referendariat bei Juristen und Lehramtsanwärtern nach dem ersten Staatsexamen
  • Zusatzstudium zum „Master of Laws“ (LL.M-Studium)
  • Wenn man mehrere Studiengänge parallel beginnt: nach dem Abschluss des ersten Studienganges der zweite Studiengang als Zweitstudium

Studienkosten für ein Zweitstudium werden in voller Höhe als Werbungskosten berücksichtigt und sind vortragsfähig. Übersteigen die Werbungskosten die Einnahmen, entsteht ein Verlust, den du in spätere Jahre - in denen du dann Geld verdienst - vortragen kannst.

Ungleichbehandlung Erst- und Zweitstudium

Der Bundesfinanzhof hält die Ungleichbehandlung von Erst- und Zeitstudium für verfassungswidrig. Sie widerspricht dem Leistungsfähigkeitsprinzip und dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz. Die Erststudienfrage liegt derzeit zur Entscheidung beim Bundesverfassungsgericht. Wer von einem positiven Urteil des Bundesverfassungsgerichts profitieren will, sollte eine Steuererklärung abgeben und die Verluste feststellten lassen, auch wenn keine Einkünfte erzielt wurden.

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Anna
03. Januar, 22:43 Uhr

Hallo,
ich frage mich, ob ich bei euch in den Vorlagen irgendwo angeben muss, dass ich vorher eine Ausbildung gemacht habe? Wahrscheinlich gebt ihr eh erstmal alles als Werbungskosten an, aber ich könnte mir den EInspruch beim FInanzamt ja ersparen, wenn ich darauf aufmerksam machen kann, dass dies meine Zweitausbildung ist?
Oder ist das total unnötig?
Danke :)

Support-Team
04. Januar, 08:45 Uhr

Hi Anna,

um das Finanzamt darauf hinzuweisen, dass man eine Steuererklärung für eine Zweitausbildung macht, kann man der ausgedruckten Erklärung, die man unterschreibt und ans Finanzamt sendet, einfach eine Ausbildungsurkunde o.Ä. beilegen.

VG

Hilke
12. Februar, 23:16 Uhr

Hallo,
ich habe für die Jahre 2009 bis 2011 einen Verlustvortrag für mein Masterstudium gemacht. Ich habe auch für alle Jahre Verlustvorträge (aber keine Einkommenssteuerbescheide) bescheinigt bekommen, allerdings umfassen diese jeweils nur Familienheimfahrten und für das Jahr 2009 20% der Umzugskostenpauschale. Unter Erläuterungen ist neben Familienheimfahrten und Umzugskosten nur aufgeführt, dass Krankenversicherungsbeiträge Vorsorgeaufwendungen sind (und daher wohl unberücksichtigt bleiben). Ich frage mich nun, warum all die anderen Kosten (Studiengebühren, Semesterbeitrag, Fachliteratur, Arbeitsmittel etc), die ich angegeben habe, nicht berücksichtigt wurden? Liegt es daran, dass mein Masterstudium nicht als Zweitstudium anerkannt wurde? (Ich war leider nicht so schlau meine Bachelorurkunde gleich beizulegen) Wie gehe ich weiter vor? Habt ihr für diesen Fall auch einen Mustereinspruch?
Wäre super, wenn ihr mir weiter helfen könntet!
Vielen Dank und lg,
Hilke

Support-Team
13. Februar, 11:49 Uhr

Hallo Hilke,

in deinem Fall solltest du dich direkt mit deinem zuständigen Finanzamt in Verbindung setzen. Hier kann man dir erläutern, warum bestimmte Kosten nicht anerkannt wurden bzw. welche Nachweise du ggf. noch nachreichen solltest.

VG
Julia

Ro
07. Februar, 11:46 Uhr

gibt es diesbezüglich (Erstausbildung = Werbungskosten) schon ein Urteil??

Ich habe meine Verlustvorträge ab 2010 feststellen lassen, kann diese aber nicht ins Jahr 2015 übertragen wo ich Einkommen erziehlt habe, da das FA diese wohl als Sonderausgaben betrachtet hat bzw. nach Aussage des SB "der Vortrag aufgebraucht wurde".
Ehrlich gesagt glaube ich mein SB hat noch weniger Ahnung davon als ich, auf Nachfrage kam erheblich ins stammeln.
Ich werde nun erneut ein Schreiben aufsetzten bzw. Einspruch einlegen um die Ausgaben für die Erstausbildung als Werbungskosten zu betrachten. Ist das richtig so?

Gruß und Danke

Support-Team
07. Februar, 12:29 Uhr

Es wurde noch kein Urteil bezüglich der Kosten für das Erststudium erlassen.

Wende Dich am besten direkt an Dein Finanzamt, um heraus zu finden, ob Du sie noch einmal auf das laufende Verfahren hinweisen musst, oder nicht.

Anna
19. November, 12:02 Uhr

Hallo,

gilt mein Lehramtsmaster auch als Zweitstudium? Denn in diesem Bereich ist es ja Pflicht, den Master zu machen und ist keine Option.

Dankeschön!!

Support-Team
20. November, 15:23 Uhr

Hallo Anna,

für das Finanzamt gilt als Erstausbildung ein (Bachelor-)Studium, das mit einem berufsqualifizierenden Abschluss endet. Ist dies der Fall, dann sollte ein Master-Studium als Zweitausbildung anerkannt werden.

Viele Grüße
Johannes

Ro
23. Februar, 14:24 Uhr

Ich habe erneut Einspruch eingelegt, mit dem Hinweis auf das Urteil und der "Forderung" meine Studienkosten als Werbungskosten an zuerkennen.

Nun ist ein Schreiben zurück gekommen, das dem nicht so ist und ich falsch liege. Außerdem soll ich den Einspruch zurück nehmen bzw. ggfs. begründen. Habe ich meines Erachtens schon ausreichend getan. Ist das ein Standardschreiben?

Ich werde langsam nervös bzw. gerate sowieso deswegen unter Druck. Ich habe auch keinen Steuerberater der mir da weiter helfen kann.

Support-Team
23. Februar, 14:30 Uhr

Hallo,

Steuerberatung dürfen wir leider auch nicht geben.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, das Schreiben des Finanzamts darauf hin zu überprüfen, ob dieses einen Vorläufigkeitsvermerk enthält.
Steht da irgendwas mit "... vorläufig hinsichtlich der Absetzbarkeit von Kosten einer Erstausbildung als Werbungskosten ..." ist kein Einspruch erforderlich. Der Steuerbescheid wird dann im Falle einer Entscheidung des BVerfG zugunsten von Menschen in Erstausbildung automatisch abgeändert und der Verlustvortrag wird akzeptiert.

VG
Johannes

Isabell
05. April, 09:22 Uhr

Hallo,

soeben habe ich alle Angaben für meine Steuererklärung im Jahr 2012 eingetragen. Jetzt stellt sich bei mir nur eine Frage bezüglich der Angabe zu Erst- und Zweitstudium. Ich habe 2012 mein Erststudium begonnen und diese 2015 erfolgreich abgeschlossen. 2016 nahm ich dann mein Zweitstudium auf. Daher nun meine Frage, wie kann ich die Steuererklärung von 2012 geltend machen? Ich hatte nämlich gelesen, dass die Studienkosten für das Erststudium als Sonderausgaben und lediglich in dem Jahr steuerlich geltend gemacht werden können, in welchem sie anfielen.

Vielen Dank im Voraus.

Support-Team
24. April, 16:10 Uhr

Hallo,

grundsätzlich ist es so:

Ein Verlustvortrag ist aktuell nur im Falle von Werbungskosten/Zweitstudium möglich. Wenn du einen Verlustvortrag für ein Erststudium machst, dann wird das Finanzamt dir einen vorläufigen Steuerbescheid ausstellen. Akzeptiert wird der Verlustvortrag, sobald das BVerfG zugunsten von Erststudenten entscheidet.

VG Johannes

A.
02. August, 12:30 Uhr

Hallo, ich habe eine Frage:

ich habe für mein Erststudium bis zum Jahr 2012 rückwirkend Verlustvorträge beantragt. Nun habe ich die Steuerbescheide erhalten, in denen jeweils die Berufsausbildungskosten nur als Sonderausgaben anerkannt wurden. In den Erläuterungen steht, dass die Aufwendungen für ein Erststudium aktuell nur als Sonderausgaben anerkannt werden. Die Bescheide wurden jeweils als teilweise nur vorläufig gekennzeichnet.
In den Erläuterungen steht dazu:

"Die Festsetzung der Einkommensteuer ist gem. § 165 I S.2 Nr.3 AO vorläufig hinsichtlich
(...)
- der Abziehbarkeit der Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben (...)"

Muss ich nun dagegen noch jeweils Einspruch einlegen, um ggf. bei einer entsprechend positiven BVerfG Entscheidung die beantragten Verlustvorträge festgesetzt zu bekommen?

Vielen Dank!

Support-Team
03. August, 13:41 Uhr

Hallo Amelie,

nein, da der Steuerbescheid einen Vorläufigkeitsvermerk bzgl. der Abziehbarkeit von Erstausbildungskosten als Werbungskosten enthält, muss kein Einspruch eingelegt werden.

Du solltest die Steuerbescheide aber aufheben, um diese nach der Gerichtsentscheidung ggf. dem Finanzamt vorlegen zu können.

Viele Grüße
Johannes

Sanja
06. Mai, 13:07 Uhr

Hallo,

bin nun mit meinen Steuererklärungen im Übergangsjahr zwischen Bachelor und Masterstudium angelangt (2014). Jetzt weiss ich leider nicht wie ich das Tool weiter nutzen kann.
Gebe ich dieses Jahr nun als Bachelor oder als Masterstudiengang an? Oder kann ich irgendwie zwei separate Erklärungen dazu machen?

Vielen Dank!

Support-Team
10. Mai, 10:04 Uhr

Hallo,

wenn du im entsprechenden Jahr dein Master-Studium begonnen hast, dann gebe gerne Masterstudiengang an.

Viele Grüße

Merve
28. Juni, 18:51 Uhr

Hallo,

ich habe eine Frage. Ihr habt ja in dem Beitrag erklärt, dass es auch als Erststudium gilt, wenn ich mein Studium ohne Abschluss abgebrochen und den Studiengang gewechselt habe.

Bei mir ist es nämlich so, dass ich von Oktober 2013 bis März 2014 Psychologie studiert habe, dann abgebrochen habe und dann im Oktober 2014 angefangen habe, mein aktuelles Fach BWL zu studieren. Wie sieht es in meiner Situation aus? Gilt mein BWL Studium nun als Zweitstudium, da ich davor gewechselt habe?

Viele Grüße und vielen Dank im Voraus,

Merve

Support-Team
29. Juni, 11:44 Uhr

Hallo Merve,

ein Wechsel des Studiengangs ohne Abschluss zählt leider nicht als abgeschlossene Berufsausbildung.

Du kannst aber mal bei deinem Finanzamt nachfragen, wie sie deine Situation bewerten würden. Vielleicht hast du ja Glück und dir wird ein Zweitstudium anerkannt.

Viele Grüße

Georg
21. Juli, 11:49 Uhr

Wenn ein für Studenten positives Urteil gefällt wird, werden wir davon Unterrichtet, bzw. muss ich dem Finanzamt schreiben, dass ich mein Geld jetzt haben möchte? Ich habe heute den Bescheid bekommen, dass mir Geld zusteht, aber eben das Urteil abgewartet wird.

Support-Team
21. Juli, 17:05 Uhr

Hallo Georg,

sobald ein Urteil gefallen ist, werden wir natürlich alle Nutzer von uns darüber informieren.

Bei positivem Urteil sollten die Finanzämter von sich aus auf alle betroffenen Bürger zugehen, passiert dies nicht, dann empfiehlt es sich natürlich, das Finanzamt freundlich auf die ausstehende Rückerstattung hinzuweisen.

Viele Grüße
Johannes

Katharina
21. September, 18:04 Uhr

Hallo,
ich habe mein Studium in Wien abgeschlossen und auch dort mit Hauptwohnsitz gelebt. Für meinen neuen Job bin ich nun nach Deutschland gezogen. Kann ich dennoch meine Studienkosten absetzen, oder muss ich in Deutschland gemeldet gewesen sein? Danke im Voraus & LG

Support-Team
25. September, 07:37 Uhr

Hallo Katharina,

ein Erstwohnsitz in Deutschland ist i.d.R. Voraussetzung, um Studienkosten steuerlich geltend zu machen.

Wende dich aber am besten einfach mal an dein Finanzamt und frage nach, welche Möglichkeiten du hast.

Viele Grüße

Krystina
15. August, 22:05 Uhr

Hallo,

Ich habe mein Bachelor in den USA abgeschlossen im Dezember 2016. Ich werde jetzt ab Oktober nochmal ein Bachelor - und Masterstudium beginnen und möchte wissen ob ich dann das deutsche Studium als Erst-oder Zweitstudium angeben muss. Ich habe bisher die Kosten des Studiums in den USA in Deutschland nicht angegeben bei der Steuererklärung. Ist das ein Problem? Viele der Belege habe ich nicht mehr, nur noch evtl E-mailbestätigungen von Flügen. Die Steuererklärung für 2016 ist bereits erledigt. Mich würde nur interessieren wie ich das dann in der Zukunft besser machen könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Krystina Bayer

Support-Team
17. August, 07:22 Uhr

Hallo Krystina,

wenn du bereits ein Studium abgeschlossen hast, dann ist ein weiteres Studium eine Zweitausbildung.

Wenn du deine Studienkosten aus den USA nicht angegeben hast, dann ist das kein Problem, du bekommst aber auch keine Kosten erstattet dann.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Belege über Studienkosten aufzubewahren, da das Finanzamt im Zweifelsfall Nachweise für geltend gemachte Kosten verlangen kann.

Viele Grüße
Johannes

Rosario
25. August, 14:23 Uhr

Hallo,

in meinem Bescheid für 2010 steht, dass meine Kosten für das Erststudium in Höhe von 8840 EUR nur bis zur gesetzlichen Höhe von max. 4000 EUR als Sonderausgaben abgezogen werden können.

Nun habe ich hier in verschiedenen Kommentaren schon gelesen, dass ich keinen Einspruch einlegen muss, dass die Kosten als Sonderausgaben angesetzt wurden, solange der Bescheid vorläufig ist.
Muss ich aber der 4000 EUR Grenze widersprechen, wenn ihr hier überall von 6000 EUR schreibt?

Vielen Dank und Grüße,
Rosario

Support-Team
28. August, 12:32 Uhr

Hallo Rosario,

Einspruch musst du aufgrund der Vorläufigkeit des Bescheides nicht einlegen, das ist richtig.

Bis einschließlich 2011 lag die Obergrenze für Sonderausgaben bei 4.000€ pro Jahr, erst danach wurde die Grenze auf 6.000€ angehoben.

Viele Grüße
Johannes

Tobias
25. Oktober, 17:09 Uhr

Hallo zusammen,
ich habe hier am 11.10. über die Antwort meines Finanzamts geklagt, welches meine mit euch erstellten Steuerklärungen zurückgewiesen hat. Die Antwort stellt sowohl diesen Artikel, als auch andere Aussagen innerhalb eures Tools in Frage, weshalb ich mich weiterhin über eine kurze Einschätzung freuen würde! Dieses Problem kann ja jederzeit erneut auftreten.
Lieben Gruß!

Support-Team
01. November, 11:56 Uhr

Hallo Tobias,

wir haben deine Anfrage bereits an unsere Steuerberaterin weitergeleitet.

Wir werden uns per Mail bei dir melden, sobald wir den Sachverhalt wasserdicht aufklären konnten.

Viele Grüße

Annika
03. September, 13:06 Uhr

Hallo,

ich bin eine Ausländerin, die ihr Bachelor-Studium und Master-Studium im Ausland gemacht hat. Jetzt bin ich nach Deutschland umgezogen und mache mein Master in Deutschland. Wird dieses Studium als Erst- oder Zweitausbildung gelten?

Vielen Dank und liebe Grüße,
Annika

Support-Team
04. September, 12:38 Uhr

Hallo Annika,

sofern im Ausland erbrachte Studienleistungen in Deutschland anerkannt werden, handelt es sich i.d.R. automatisch um eine Zweitausbildung.

Viele Grüße
Johannes

Alex
04. Oktober, 21:37 Uhr

Hallo,

ich habe im WS 10/11 mein Studium begonnen. Spielt es eine Rolle wenn ich die Steuererklärung mache? Vorher habe ich als Au Pair 5 Monate gearbeitet, allerdings bekam ich damals keine Lohnsteuerbescheinigung weil der Verdienst monatlich nur 300 Euro betrug. Ich wollte es angeben, bin mir aber nicht sicher unter welchem Punkt. Als Nachweis kann ich da nur den Vertrag und die Kontoauszüge vorlegen.
Liebe Grüße.

Support-Team
05. Oktober, 07:44 Uhr

Hallo Alexandra,

ein Verlustvortrag ist bis zu 7 Jahre rückwirkend möglich. Damit kann bis zum 31. Dezember 2017 noch der sog. Antrag auf gesonderte Verlustfeststellung eingereicht werden. Mehr Informationen findest du hier.

Ein Verdienst von lediglich 300€ pro Monat ist steuerfrei, zählt aber natürlich als Einkommen und sollte in der Steuererklärung angegeben werden.

Nachweise über Einkünfte musst du nur vorlegen, wenn das Finanzamt diese von dir verlangt.

Viele Grüße

Adrian
31. Oktober, 10:47 Uhr

Wann kann man denn ungefähr mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgericht rechnen?
Oder gibt es da mittlerweile eine Entscheidung?

Viele Grüße!

Support-Team
01. November, 12:01 Uhr

Hallo Adrian,

leider kann zu dem bevorstehenden Urteil keine genaue Aussage getroffen werden, wann dieses gesprochen wird.

Experten gehen vom Frühjahr 2018 aus.

Wir werden unsere Nutzer aber natürlich umgehend informieren, sobald ein Urteil gesprochen wurde.

Viele Grüße
Johannes

Melanie
17. November, 18:33 Uhr

Hallo,

bevor ich mir die Mühe mache, Belege etc. für sieben Steuererklärungen herauszusuchen, wollte ich eine Vorab-Frage stellen.

Ich habe
- von 2010-2014 ein Bachelorstudium in Germanistik und Philosophie (mit Auslandssemester)
- von 2013-2015 ein Bachelorstudium in Sozialwissenschaften
- von 2014-2016 ein Masterstudium in Germanistik und Philosophie
absolviert.

Derzeit befinde ich mich in einem zweiten Masterstudium (Versorgungswissenschaften), das ich im September 2018 abschließe. Daran anschließend ist eine Promotion im Bereich der geriatrischen Versorgungsforschung geplant.

Dieses Jahr habe ich angefangen, nicht mehr nur als Studentin zu arbeiten, sondern bin seit September in Teilzeit (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni), befristeter Vertrag bis Juli 2018) beschäftigt.

Nun zu meiner Frage: Ist es möglich, meine Steuererklärung rückwirkend bis 2010 zu machen (und dadurch auch Vorteile (Verlustvortrag) für später zu erzielen), oder kann man generell nur ein Bachelor- und ein Masterstudium steuerlich geltend machen, sprich könnte ich erst ab 2013 eine Steuererklärung einreichen? (Dass das mit dem "Bachelor als Werbungskosten" noch geprüft wird, ist mir bewusst)

Zudem möchte ich fragen, ob das Germanistik- und Philosophiestudium in Einklang stehen mit einer befristeten Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiterin? Auch wenn es bei dieser Beschäftigung nicht vordergründig um Germanistik und Philosophie geht, sondern mehr um Versorgungswissenschaften, so habe ich die aktuelle Stelle hauptsächlich auf Grundlage dieses (ersten) Studiums bekommen (vorliegender Masterabschluss und Sprachwissenschaften waren ausschlaggebend).

Eine letzte Frage: Da sich mein aktuelles Arbeitsverhältnis nur bis Juli 2018 erstreckt - wäre es sinnvoller mit den Steuerklärungen zu warten, bis ich eine Stelle mit einem längerfristigen Arbeitsverhältnis habe?

Vielen Dank im Voraus!

Support-Team
20. November, 14:48 Uhr

Hallo Melanie,

du kannst bis zu 7 Jahre rückwirkend Steuererklärungen für deine Studienzeit einreichen. Wie du aber bereits richtig angemerkt hast, ist im Falle einer Erstausbildung noch eine Entscheidung des BVerfG abzuwarten, ob auch hier ein Verlustvortrag erfolgen kann.

Nachdem ein berufsqualifizierender Abschluss erfolgt ist, zählen alle weiteren Ausbildungen als Zweitausbildungen, die natürlich auch steuerlich geltend gemacht werden können.

Die Frage mit der wiss. Mitarbeiterin verstehe ich nicht und kann ich nicht beantworten - eine Relevanz in Bezug auf das Thema Steuererklärung sehe ich auch nicht.

Deine letzte Frage kann ich dir auch nicht beantworten, da wir grundsätzlich keine individuelle Steuerhilfe geben.

Viele Grüße
Johannes

Tobias
11. Oktober, 12:49 Uhr

Hallo,

mein Finanzamt hat mein Masterstudium soeben als Teil des Erststudiums gewertet, weil ich es zeitlich direkt dem Bachelorstudium angeschlossen habe. Eine inhaltliche Nähe besteht natürlich, beides sind Informatik-Studiengänge. Damit sei es konsekutiv und würde als gemeinsame Erstausbildung zählen. Die genaue Begründung im Wortlaut:

"Die erstmalige Berufsausbildung ist erst dann abgeschlossen, wenn die Person befähigt ist, den von ihm angestrebten Beruf auszuüben. Der erste berufsqualifizierende Abschluss führt daher nicht zum Abschluss der Erstausbildung, wenn er sich als integrativer Bestandteil eines einheitlichen Ausbildungsgangs darstellt. Das ist bei mehraktigen Ausbildungsmaßnahmen der Fall, wenn das - von den Eltern und dem Kind - bestimmte Berufsziel erst über den weiterführenden Abschluss erreicht werden kann und die Ausbildungsschritte sachlich in Zusammenhang stehen sowie auch zeitlich zusammenhängend durchgeführt werden."

Das widerspricht doch allem, was ich bisher gelesen habe. Natürlich verfolge ich ein Berufsziel mit dem Masterstudium - wer tut das nicht?! Damit sind diese Floskeln doch auf jeden Studierenden zutreffend, der seinem Bachelor direkt einen Master anschließt. Meiner Meinung ist das nicht rechtens. Freue mich da über eure Einschätzung - ich bin etwas schockiert.
Danke und lieben Gruß!

Stefan
25. Oktober, 10:19 Uhr

Hallo,

auf meine Steuererklärung wurde mir vom Finanzamt bescheid gegeben, dass sie zu spät komme. Ich brauche jetzt nach §110 einen Antrag auf Wiedereinsetzung mit Begründung. Was könnten da Gründe sein? Habt ihr da Vorlagen?

Viele Grüße,
Theresa

Support-Team
25. Oktober, 13:40 Uhr

Hallo Theresa,

du hast 2 Steuererklärungen mit uns erstellt, für welches Jahr wurde die Erklärung denn abgelehnt?

Grundsätzlich gilt, dass die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung bis zum 31. Dezember erfolgen muss und diese bis zu 4 Jahre rückwirkend möglich ist.
(Es kann sein, dass das Finanzamt irrtümlich davon ausgegangen ist, dass du verpflichtet bist, eine Erklärung abzugeben.)

Wenn du verpflichtet bist, eine Erklärung einzureichen, ist spätester Abgabetermin der 31. Mai des Folgejahres. Sofern du einen Steuerberater hinzugezogen hast der 31. Dezember des Folgejahres.

Bist du verpflichtet, eine Erklärung abzugeben?
Ist z.B. der Fall, wenn ...
- dich das Finanzamt dazu aufgefordert hat
- du Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit erzielt hast
- du verheiratet bist.

Gründe für eine verspätete Abgabe liegen vor, wenn z.B. zum eigentlichen Abgabetermin ...
- notwendige Unterlagen noch nicht vorlagen
- Krankenhausaufenthalt oder
- beruflicher Auslandsaufenthalt Abgabe nicht erlaubt haben.

Du kannst dich auch gerne an unseren Customer Support wenden unter [email protected]

Viele Grüße
Johannes

Melanie
23. November, 20:30 Uhr

Oh, vielen Dank, ich habe den Eintrag gerade erst angezeigt bekommen! Die Frage mit der "wissenschaftliche Mitarbeiterin" bezieht sich darauf, dass ich gelesen habe, dass die rückwirkende Steuererklärung nur dann angenommen wird, wenn der Berufseinstieg auch mit dem Studium zu tun hat. Man zb nicht das Studium in Germanistik steuerlich absetzen kann, wenn man danach als Taxifahrer oder ähnliches arbeitet. Aber trotzdem schonmal vielen Dank für die anderen Antworten!

Support-Team
27. November, 15:57 Uhr

Hallo Melanie,

i.d.R. sehen das Finanzämter mit dem Bezug zwischen Ausbildung und später ausgeübtem Beruf nicht allzu streng. Wenn deine Kosten halbwegs im Rahmen bleiben, solltest du hier keine Probleme bekommen.

(Dachte immer, ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der Germanistik oder Soziologie ist unabdingbare Voraussetzung für den Taxischein ... :)

Tim
09. Januar, 08:52 Uhr

Hallo,

ist es richtig, dass der Verlustvortrag für ein Erststudium (abhängig vom Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, erwartet in diesem Frühjahr) nun nur noch 4 Jahre rückwirkend geltend gemacht werden kann?

Viele Grüße!

Support-Team
09. Januar, 10:22 Uhr

Hallo Tim,

nein, ein Verlustvortrag ist nach wie vor bis zu 7 Jahre rückwirkend möglich, also aktuell noch bis einschließlich Steuerjahr 2011.

Viele Grüße
Johannes

Gabriela
16. Januar, 12:34 Uhr

Guten Tag,
ich habe Ende 2017 eine Steuererklärung für das Jahr 2012 eingereicht, um einen Verlust für mein Masterstudium festzustellen. Dieser wurde prompt mit der Begründung auf Verjährung abgelehnt. Daher frage ich mich nun, ob ich Einspruch einlegen kann? Kann ich den Verlust nicht als Werbungskosten 7 Jahre rückwirkend absetzen? (vielleicht hilft noch etwas Hintergrund: ich war 2012 Studentin und habe einmalig einen monatlichen Verdienst von etwa 350 Euro verdient, der versteuert wurde und den ich bei der Steuererklärung angegeben habe; Ich bin seit 2015 dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.)
Für Ihre Einschätzung wäre ich sehr dankbar!

Support-Team
16. Januar, 14:42 Uhr

Hallo Gyde,

wir haben einen Artikel extra zum Thema Verlustvortrag abgelehnt.
Hier findest du bei Bedarf einen Muster-Einspruch.

Grundsätzlich ist es so, dass ein Verlustvortrag bis zu 7 Jahre rückwirkend möglich ist. Eine Einkommensteuerveranlagung ist aber nur 4 Jahre rückwirkend möglich. Wenn du in 2012 steuerpflichtiges Einkommen erzielt hast, dann machst du eine Einkommensteuerveranlagung, diese hätte eigentlich bis zum 31.12.2016 abgegeben werden müssen.

Du kannst gerne nochmal beim Finanzamt nachfragen oder es mit unserem Einspruch probieren. Vermutlich wird es aber bei der Ablehnung aufgrund Fristverjährung bleiben.

Setze dich am besten direkt mit unserem Support ([email protected]) in Verbindung, dann können wir dir ggf. die Gebühr aus Kulanz erstatten oder dir einen Credit für eine Gratis-Steuererklärung geben.

Viele Grüße,
Johannes

Ann-Christin
17. Februar, 16:17 Uhr

Hallo,

Wie kommt es das Finanzämter unterschiedlich mit den Erststudium Verlustvorträgen umgehen? Manchmal gibt's einen Bescheid, in dem die Studiumskosten als Sonderkosten von 6000 Euro mit Vorläufigkeitsvermerk abgehandelt werden und andere Male bekommt man eine vorläufige Verlustfeststellung. Sogar innerhalb eines Finanzamtes.. das verunsichert mich. Aber soweit ich hier verstanden habe, muss ich kein Einspruch einlegen, wenn Studienkosten als Sonderkosten von 6000 Euro anerkannt sind, wenn ein Vorläufigkeitsvermerk bzgl. "der Abziehbarkeit der Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben..." beigefügt ist. Mit "Studium" ist in diesem Vermerk vermutlich das Erststudium gemeint? Und ist es da egal, dass das Finanzamt mir nur 6000 Euro und nicht den genauen Betrag meiner anerkannten Ausbildungskosten mitteilt in dem Einkommenssteuerbescheid von 2013?
Außerdem habe ich ich eine Verlustvortellung für 2013 bekommen (ohne Vorläufikeitsvermerk), in der lediglich Einkünfte von 2013 (ca. 500 Euro) dem Verlustvortrag von 2011+2012 abgezogen wurden. Falls aber ein positives Urteil fällt, wird der dann geändert? Oder könnte es Probleme geben, da ich schon eine Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages für 2013 jetzt bekommen habe, in dem die Ausbildungskosten für 2013 noch nicht berücksichtig wurden, wegen des fehlenden Gerichtsurteil?

Vielen Dank im Voraus!

Support-Team
19. Februar, 07:38 Uhr

Hey Ann-Christin,

in deinem Falle wurde dann offensichtlich der Verlustvortrag als solches anerkannt. Der Vorläufigkeitsvermerk verweist darauf, dass im Falle eines Urteils zu deinen Gunsten die Sonderausgaben in Werbungskosten umgewandelt werden.

Beste Grüße

Tobias
11. März, 20:58 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich habe hier am 11.10. und 25.10. über ein Problem bei der Angabe als Zweitstudium mit meinem Finanzamt berichtet.
Diesbezüglich wolltet ihr euch eigentlich bei mir gemeldet haben. Leider kam dazu bisher nichts. Wie sieht es aus?

Lieben Gruß.

Support-Team
12. März, 11:39 Uhr

Hallo,

den Hinweis auf konsekutive Studiengänge haben wir jetzt schon von ein paar Nutzern bekommen. Hier eine Antwort unseres Steuerberaters:

"Diese Begründung beruht auf einem Urteil, welches die Finanzverwaltung sehr gerne zu zitieren scheint. Ich gehe davon aus, dass diese Problematik (Abgrenzung Erststudium / weiterführendes Studium) von den anstehenden Entscheidungen des BVerfG mit bewertet werden muss. Den Kunden würde ich daher empfehlen, Einspruch einzulegen gegen die Behandlung der Aufwendungen als Sonderausgaben, den Werbungskostenabzug erneut zu beantragen und sich damit einverstanden zu erklären, dass das Einspruchsverfahren ruhen soll, bis über die anhängigen Verfahren beim BVerfG entschieden wurde."

Viele Grüße

Marcus
21. März, 17:43 Uhr

Hallo liebes Support-Team,
wie von euch empfohlen, habe ich die Verlust-Vorträge für die Jahre meines Studiums (Erststudium Medizin) mit allen von euch bereit angebotenen Formularen gestellt. Diese hab ich nun versucht, für das Steuerjahr 2015 geltend zu machen. Leider kam gestern ein Ablehnungsbescheid vom Finanzamt, dass diese nicht anerkannt werden. Nun habe ich eine Einspruchsfrist von 30 Tagen und würde gerne wissen, was ihr meint, wie ich mich nun verhalten sollte. Gibt es derzeit eine realistische Chance, dass im Rahmen der steuerlichen Ungleichbehandlung und des laufenden Verfahrens mein Verlustvortrag fürs Erststudium dennoch anerkannt wird?

Liebe Grüße und Danke

Support-Team
22. März, 11:18 Uhr

Hey Marcus,

in diesem Fall hilft ein Einspruch weiter. Die notwendigen Musterschreiben findest du hier: https://www.studentensteuererklaerung.de/ratgeber-steuern/verlustvortrag-abgelehnt. Wir drücken dir alle Daumen!

Beste Grüße

Marcus
23. März, 13:07 Uhr

Hallo,
vielen Dank nochmals für die vorige Antwort. Ich habe soeben nochmals euren Artikel überflogen. Zwar wurden mir die gesammelten Verlustvorträge von 2011-2014 (dann eingereicht für das Jahr 2015 = erstes Jahr mit Einkommen) nicht gegengerechnet, jedoch steht auf jedem einzelnen Steuerbescheid "Der Bescheid ist nach § 165 Abs. 1 Satz 2 AO teilweise vorläufig." Gehe ich recht in der Annahme, dass ich hierbei keinen Einspruch einzulegen habe?
LG

Support-Team
23. März, 13:25 Uhr

Hi Marcus,

aus der Ferne betrachtet, ist das nicht einfach zu beantworten. In diesem Artikel findest du alles, was du wissen musst: https://www.studentensteuererklaerung.de/ratgeber-steuern/verlustvortrag-abgelehnt.

Beste Grüße

Linda
28. März, 15:48 Uhr

Hallo,

Ich habe im September 2016 an der Universität ein Bachelor Studium abgeschlossen und studiere seitdem wieder an einer Universistät Medizin (Staatsexamen). Gilt dann mein Medizinstudium als Zweitstudium?

Viele Grüße,

Linda

Support-Team
29. März, 06:40 Uhr

Hey Linda,

dein Medizinstudium ist in diesem Fall ein Zweitstudium, richtig.

Beste Grüße

Christoph
03. Mai, 06:26 Uhr

Hallo,
seit 2010 habe ich Medizin studiert, ab 2012 dann mein 1. Staatsexamen ("Physikum") erlangt und seitdem auf das 2. Staatsexamen studiert. 2017 habe ich dieses dann erlangt und das Studium beendet. Dies ist der völlig "normale Gang der Dinge" im Medizinstudium. Nun arbeite ich seit Ende 2017 als Arzt.
Ich frage mich nun, ob der Abschnitt nach dem 1. Staatsexamen bereits als Zweitstudium gilt. Mit dem 1. Staatsexamen hat man jedoch noch keine abgeschlossene Berufsausbildung, kann also nicht als Arzt oder sonst etwas arbeiten.
Zuvor (vor 2010) habe ich keine andere Ausbildung/kein anderes Studium absolviert sondern einfach mein Abitur gemacht.
Bis Berufsbeginn 2017 habe ich auch keine Jobs für mehr als 400€/Monat gemacht, also keine Steuern gezahlt.
Euer Erfahrung nach: Ab welchem Jahr kann ich meine Studentensteuererklärung machen und einreichen und auch mit einer Rückerstattung rechnen? Oder aufgrund fehlenden Zweitstudiums gar nicht? Dann würde ich das nämlich (auch wenn es schade ist und ich euer Angebot sehr schätze und super finde) lassen.
Vielen Dank für eure Hilfe!

Support-Team
03. Mai, 06:44 Uhr

Hey Tim,

ein Medizinstudium ist eine Erstausbildung und für diese kannst du deine Studienkosten nach derzeitigem Stand nur als Sonderausgaben ansetzen. Da diesbezüglich aber noch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aussteht, ist es zu empfehlen, für diese Zeit (max. 7 Jahre rückwirkend) die Kosten als Werbungskosten anzusetzen. Sollte das Urteil zu Gunsten der Erststudenten ausfallen, wird dein Steuerbescheid dementsprechend geändert. Du kannst deine Steuererklärungen für die Steuerjahre 2011 bis 2017 anfertigen.

Beste Grüße

Oliver
21. Mai, 09:14 Uhr

Hallo Wundertax-Team

Ich habe 2014 die 2-jährige Berufsausbildung als Reserveoffizier abgeschlossen (Urteil vom BFH,08.05.2014,III R 41/13) und danach 1 Jahr Psychologie studiert (abgebrochen). Danach wechselte ich zu BWL (Bachelor) und würde gerne meine Kosten für 2017 steuerlich geltend machen.

Laut eurer Website gilt die Ausbildung zum Reserveoffizier als Erstausbildung und mein darauffolgendes Studium als Zweitausbildung. Kann ich meine Ausgaben von 2017 somit als Werbungskosten geltend machen?

Vielen Dank und Grüße

Support-Team
22. Mai, 06:47 Uhr

Hi,

sofern deine Ausbildung zum Reserveoffizier eine Erstausbildung ist, kannst du die Kosten deines Studiums als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Beste Grüße

Lisa
19. Mai, 17:18 Uhr

Hallo,

ich habe meine Steuererklärung für die Jahre 2010 bis 2016 eingereicht, das waren Bachelorstudium bis 2013 und Masterstudium ab 2013 bis 2016. Nachdem ich meinen Steuerbescheid nach 4 Monaten endlich bekommen habe, durfte ich feststellen, dass alles als Sonderausgaben gewertet wurde und somit nichts als Verlustvortrag geltend gemacht werden kann. Für das Bachelorstudium ist das ja erstmal korrekt so, da hier eine Entscheidung ja noch aussteht, aber das Masterstudium müsste doch geltend gemacht werden können.

Nach dem ich kürzlich Einspruch erhoben habe, wurde dieser abgelehnt mit der Begründung, dass der Master bei mir inhaltlich sowie zeitlich auf dem Bachelor folgte und somit wie eine Erstausbildung gewertet würde. Jetzt soll ich meinen Einspruch innerhalb eines Monats zurückziehen.

Ich habe gelernt, dass das Masterstudium immer anerkannt wird. Dazu kommt, dass das Masterstudium meiner Frau sofort anerkannt wurde, vom selben Finanzamt ein Jahr früher. Und auch dieses hatte unmittelbar auf den Bachelor gefolgt.

Kann mir jemand weiterhelfen?

Vielen Dank schon mal und viele Grüße,

Lisa

Support-Team
22. Mai, 06:50 Uhr

Hi Lisa,

das hören auch wir das erste Mal. Leider können wir keine Rechtsberatung durchführen. Da du bereits Einspruch eingelegt hast und auch das keinen Erfolg hatte, kann dir womöglich nur noch ein Anwalt weiterhelfen, da wir in deinem Fall keinen Rat geben können.

Beste Grüße und viel Erfolg!