Big Brother is watching you

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind... und die Steuererklärung... und somit auch Big Brother. Nein, nicht dieser Container-Kram, bei dem Gaffer ihrem Voyeurismus nachgehen können. Vielmehr handelt es sich in diesem Fall um das Finanzamt höchstpersönlich.

Immer wieder gibt es Steuerbetrug. Sei es im kleinen Rahmen, wenn einige Einnahmen nicht versteuert werden oder im ganz großen Stil, wenn gigantische Summen den Fiskus meiden. Beides ist kriminell und trifft letztendlich jeden einzelnen Steuerzahler.

Kein Wunder, dass der Staat Kontrollmechanismen eingebaut hat, die Steuerbetrüger entlarven sollen. An sich keine schlechte Idee. Dabei geraten aber auch vermehrt diejenigen in den Fokus, die ihren Pflichten nachkommen und in keinster Weise kriminelle Absichten hegen. Wer heutzutage noch rumtrickst, riskiert, enttarnt zu werden. Mit dem elektronischen Datenabruf wird intensiv nach schwarzen Schafen gesucht.

Dem Finanzamt entgeht nichts

Noch vor ein paar Jahren war es verlockend, seine Ausgaben irgendwie in die Höhe zu treiben und im Gegensatz seine Einnahmen etwas zu drücken. Allerdings ist das nicht nur illegal, die Wahrscheinlichkeit nämlich, dass der Schwindel auffliegt, ist inzwischen deutlich gestiegen.

Ende Mai ist es dann wieder so weit: Die Steuererklärung muss auf dem Tisch des zuständigen Finanzbeamten liegen. Zumindest ist das für diejenigen der Fall, die pflichtveranlagt sind.

Manch einer mag bereits davon Kenntnis genommen haben. Seit Jahren stützen sich Finanzämter verstärkt auf Datenabrufe von Dritten. Seit 2005 gibt es mittlerweile schon den elektronischen Kontenabruf. Dadurch erhält das Amt Informationen über die Anzahl der eröffneten Konten eines Bürgers, jedoch wird dem Finanzbeamten nicht mitgeteilt, welche Transaktionen vorgenommen wurden. Schwindlern konnte somit schneller das Handwerk gelegt werden. Allerdings durfte von diesem Prozedere bisher nur bei Verdacht Gebrauch gemacht werden.

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Was das Finanzamt alles weiß

Viele Informationen über Bürger bekommt das Finanzamt automatisch übermittelt. Daten fließen unentwegt in die Computersysteme des Staates.

Diese Daten werden ans Finanzamt übermittelt:

  • Arbeitgeber gibt Auskunft über Gehalt, gezahlte Steuern usw.
  • Arbeitsagentur gibt Auskunft über Arbeitslosengeld, Insolvenzgeld usw.
  • Notar gibt Auskunft über Immobiliengeschäfte, Erbschaften usw.
  • Standesamt gibt Auskunft über Todesfälle usw.
  • Krankenversicherung gibt Auskunft über Krankengeld, Prämien usw.
  • Geldinstitut gibt Auskunft über Kontostammdaten, Depotübertragungen usw.
  • Elterngeldstelle gibt Auskunft über Elterngeld
  • ...

Vorteile für den Steuerzahler

Leider können wir uns gegen die Datenvernetzung nicht wehren. Uns bleibt also nichts Anderes übrig, als die Umstände hinzunehmen oder auf die Barrikaden zu gehen. Es gibt aber auch Vorteile, die Big Brother mit sich bringt.

Anhand der Daten kann jedem Bürger eine vorausgefüllte Steuererklärung angeboten werden. Dabei werden alle bekannten Informationen bereits vorab in die Formulare eingetragen. Im Prinzip kann das Schreiben dann einfach unterschrieben wieder zurückgeschickt werden, ohne einen Finger krumm machen zu müssen. Nachteil ist, dass sämtliche Kosten nicht von der Steuer abgesetzt werden können.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Steuersünder anhand der Datensammlerei leichter enttarnt werden können. Und genau das ist doch in unserem Sinne, denn letztlich müssen wir für sämtliche Steuerhinterziehungen aufkommen und sind schlussendlich selbst die Büßer.

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