Was bringt mir als Student ein Bausparvertrag?

Mit Anfang 20 schon ans Eigenheim denken? Das ist für viele Studenten ein absurder Gedanke. Warum sich mit solch einem Thema beschäftigen, wenn ich doch gerade mal im 2. Semester bin und noch nicht einmal weiß, wie ich die nächste Prüfung bestehen soll? Es mag etliche Ausreden geben, um sich nicht mit dem Thema befassen zu müssen.

Manchmal haben bereits die Eltern für die Zukunft vorgesorgt und einen Bausparvertrag für das Kind abgeschlossen. So kann man sich einfach ins gemachte Nest setzen und gut ist. Jetzt muss man nur noch alt werden, irgendwann die passende Immobilie finden und sich den Bausparvertrag auszahlen lassen - fertig.

Es kann sich aber unter Umständen lohnen, selbst mal einen Blick auf das Thema zu werfen, denn vor allem auf junge Leute warten einige Vorteile, von denen viele überhaupt nichts wissen. Wer diese in Anspruch nehmen möchte, muss dafür gar nicht allzu viel unternehmen. Es gibt aber auch berechtigterweise Bedenken. Wir klären euch auf.

Was ist ein Bausparvertrag überhaupt?

Ein Bausparvertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen einem Anleger, in diesem Falle Sparer und der jeweiligen Bausparkasse. Folglich ist der Anleger fortan ein Bausparer. Dabei wird Vermögen in Form von Eigenkapital bzw. zum Zweck der Aufbringung von Eigenkapital angespart. Vom Ersparten soll zu gegebener Zeit die Finanzierung des eigenen Hauses ermöglicht werden.

Bausparer profitieren zudem von staatlichen Wohnungsbauprämien. Des Weiteren können sie rein theoretisch vermögenswirksame Leistungen in Anspruch nehmen.

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Lohnt sich ein Bausparvertrag noch?

Deutschland ist Bauspar-Weltmeister. Knapp 30 Millionen Verträge wurden bereits abgeschlossen. Diese umfassen ein Volumen von knapp 900 Milliarden Euro. Auch wenn diese Zahlen gigantisch sind, lassen sich inzwischen immer weniger von einem Bausparvertrag überzeugen.

Der Hauptgrund für die rückläufigen Zahlen ist schnell ausgemacht: Die Guthabenzinsen in der Ansparphase sind so niedrig, dass damit nicht mehr gelockt werden kann. Die Nullzinspolitik der EZB (Europäische Zentralbank) ist im Zusammenhang mit einem Bausparvertrag also kontraproduktiv. Seit Kurzem steigen die Zinsen aber wieder, was auch einen positiven Effekt auf Neuabschlüsse hat.

Bausparverträge für junge Leute

Immer mehr Menschen entscheiden sich im Laufe ihres Lebens für eine eigene Immobilie. Immerhin knapp zwei Drittel aller 14- bis 29-Jährigen möchten sich ebenfalls eines Tages den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Diese Zahlen sind aussagekräftig genug, um auch die Bausparkassen aufmerksam zu machen.

So gibt es bereits erste Angebote, die sich speziell an junge Leute richten. Diese versprechen zum Beispiel eine Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent. Entscheidend ist, dass mindestens 50, maximal aber 512 Euro pro Kalenderjahr eingezahlt werden. Der Verdienst darf dabei nicht über 25.600 Euro liegen.

Hinweis: Manchmal ist ein Bausparvertrag sinnvoller, wenn dieser während eines Beschäftigungsverhältnisses abgeschlossen wird. So können zusätzlich vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers in Anspruch genommen werden.

Warum Bausparverträge nicht immer die beste Wahl sind

In Zeiten von Niedrigzinsen lohnt sich ein Bausparvertrag nicht immer. Experten raten eher, Geld in ETFs, als Exchange Traded Funds, zu investieren. Dabei handelt es sich um Fonds, die eine Marktentwicklung nachahmen.

Aber auch Tagesgeldkonten können interessant sein, wenn junge Menschen einfach nur sparen möchten.

Nachteilig für Kunden ist zudem, dass seit einem Urteil des Bundesgerichtshofes Bausparkassen die Verträge kündigen dürfen, wenn die Darlehen über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren nicht in Anspruch genommen wurden. Stolze 250.000 Verträge wurden seit 2015 inzwischen aufgelöst.

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